Persönlichkeit entwickeln

Persönlichkeitsstörung Teil 8: Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung

66849 Leser / 0 Kommentare
Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)

Auf einen Blick:

1. Seite: Überblick Ängstlich-Vermeidende Persönlichkeitsstörung

2. Seite: Diagnosekriterien

3. Seite: Ätiologie

4. Seite: Abgrenzung

5. Seite: Komorbidität und Therapie

6. Seite: Zusammenfassung

 

Seite 4 - Abgrenzung

 

Schizoide Persönlichkeitsstörung: Manche Wissenschaftler sind der Meinung, es handle sich bei dieser Persönlichkeitsstörung lediglich um eine Variante der ängstlich (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung. Andere wiederum behaupten, beide Formen handeln vom Gleichen, jedoch mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Insbesondere in einem Punkt lassen sich die beiden Diagnosen voneinander trennen: zwischenmenschliche Kontakte und ihre (befürchteten negativen) Folgen. Diese leidvollen Interaktionen, die Angst vor öffentlicher Kritik und drohender Zurückweisung sind ausschlaggebende Indikatoren einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung, jedoch nicht für eine schizoide Persönlichkeitsstörung. Dadurch kann eine Abgrenzung dieser beiden Störungen gegeben werden.

Soziale Phobie: Deutlich schwerer als die Abgrenzung der ängstlich (vermeidenden) von der schizoiden Persönlichkeitsstörung, ist die von der sozialen Phobie. Tatsächlich dürfte es eine nicht unerhebliche Zahl von Betroffenen geben, die beide Diagnosekriterien erfüllen. Doch auch hier gibt es bedeutsame und relevante Unterschiede. Sozialphobiker haben zumeist einige Phobien (Zwangsbefürchtungen / Ängste), die sich auf weitere Bereiche des menschlichen Lebens beziehen, beispielsweise vor Prüfungen und in Menschenansammlungen. Hingegen ist die Zahl der ängstigenden Sozialsituationen bei Betroffenen der ängstlichen Persönlichkeitsstörung erheblich größer. Als weitere Abgrenzung kann der auslösende Faktor gesehen werden. Im Gegensatz zur Sozialphobie reicht die Entwicklung der ängstlich (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung in der Regel bis früh in die Kindheit zurück. Dagegen ist die Sozialphobie zumeist in einem traumatisierenden Erlebnis begründet, das sowohl im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalters stattgefunden haben kann und die Phobie ausgelöst hat. An solch ein Ereignis kann sich der Betroffene einer ängstlich (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung nur selten erinnern. Insgesamt gibt es jedoch vielerlei Überschneidungen, die eine Abgrenzung erschweren. Wissenschaftlich bleiben diese folglich noch genauer zu überprüfen.

 

Seite 1 2 3 4 5 6 / Auf einer Seite lesen / PDF Download

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Bewertung des Artikels:
Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)