Persönlichkeit entwickeln

Wenn die Grenzen der Realität verschwimmen – Schizophrenie I

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Die Symptome

Die in den heutigen Sprachgebrauch eingegangene Gleichsetzung von „schizophren sein“ und „mehrere Persönlichkeiten haben“ ist ein grober Fehler. An einer Schizophrenie Erkrankte hören vielleicht manchmal Stimmen, dies fällt allerdings unter den Begriff der Halluzination. Über mehrere Persönlichkeiten (weitestgehend voneinander unabhängig existierende und zumeist nicht zeitgleich den Körper steuernde Identitäten) hingegen verfügen Personen, die unter einer „Dissoziativen Identitätsstörung“ (Synonym: „Multiple Persönlichkeitsstörung“) leiden. Dies sollte nicht verwechselt werden, da sich die beiden Erkrankungen fundamental voneinander unterscheiden. Hier soll nun aber näher auf die Symptome einer Schizophrenie-Erkrankung eingegangen werden, wovon Halluzinationen ein häufiger Vertreter sind.

Einteilung aus praktischen Gründen


Da es kein zentrales Symptom gibt, das allen Schizophrenien gemein ist, kann die Symptomatik bei den einzelnen Erkrankten stark differieren. Deshalb werden die Symptome aus praktischen Gründen wie folgt zusammengefasst, womit gut beschrieben werden kann, was bei einem Betroffenen vorliegt bzw. im welche Richtung seine Erkrankung geht:

 

  • Positivsymptomatik

Man spricht hier von Exzessen. Es kommt etwas zum „normalen“ Verhalten/Empfinden/Denken hinzu. Positivsymptomatik ist meist Kennzeichen eines akuten schizophrenen Schubs.

  • Negativsymptomatik

Negativsymptomatik meint Defizite zum „normalen“ Verhalten/Empfinden/Denken. Sie hält meist auch über Akutphasen hinaus an.

  • Sonstige Symptome

Hiermit sind weitere Symptome gemeint, die sich nur schlecht den positiven oder negativen zuordnen lassen, insbesondere psychomotorische.

Doch was sind nun wichtige Vertreter dieser Symptomkategorien?


Positivsymptome:

Halluzinationen* – Sinneswahrnehmung ohne äußeren Reiz, Betroffene nicht in der Lage zu erkennen, dass Wahrgenommene nur seinem Inneren entspringt.

Wahn* – Falsche Überzeugung krankhafter Ursache, die trotz eindeutiger und vernünftiger Gegenargumente beibehalten wird. Die Umwelt wird als verändert und bedrohlich wahrgenommen, was in Rückzug des Betroffenen resultiert, wobei der Wahn einen Versuch darstellt, die bedrohlich erlebte Veränderung zu erklären.

Inhaltliche Denkstörungen* – Gedankeninhalte werden als fremd oder auf verschiedene Weise manipuliert erlebt.

Formale Denkstörungen* – Denken/Sprache funktioniert nicht normal flüssig.

Weitere:
• Gesteigerte Wahrnehmung – erhöhte Empfindlichkeit für Geräusche und Bilder
• Drängen von Einfällen – kein Ideenreichtum, sondern Drängen, das den Patienten nicht zur Ruhe kommen lässt
• Angst, Gereiztheit
• Vegetative Symptome – Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindel, Atembeschwerden, Magen-Darm-Probleme

 
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Ein Kommentar

Gute Darstellung der Negativsymptomatik und Positivsymptomatik. Der Artikel hat mir beim Lernen sehr weitergeholfen!
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Ani

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