- Theorie der Exemplifikation
Glaubt man dieser Theorie, so führt der häufige Konsum von Pornografie zu einer verfälschten Realitätswahrnehmung in Bezug auf die Sexualität der allgemeinen Bevölkerung. Eher seltene Praktiken wie Gruppensex werden als normal und weit verbreitet angesehen.
- Theorie der sozialen Vergleiche
Durch eher unnatürliche Akteure in Pornos wird das eigene Selbstwertegefühl abgewertet und dieses führt im Nachhinein zu Unzufriedenheit mit der eigenen Sexualität.
- Kultivierungsthese
Dieser Hypothese zufolge werden Wertebilder aus pornografischen Filmen auf die Realität bezogen und auch übernommen. Ein Beispiel dafür wäre die Übernahme einer sexistischen Haltung gegenüber Frauen.
Pornografie wirkt beim sehr häufigen Betrachten auf verschiedenen Ebenen. Die Emotionen werden angesprochen, indem entweder positive oder negative Gefühle bei häufigem Ansehen entstehen. Wie auch schon in verschiedenen Thesen angesprochen, ist es auch möglich, dass sich die Einstellungen in Bezug auf Frauen, Partnerschaft und Sexualität ändern. Aber nicht nur die Einstellung zur Sexualität ist bei sehr intensivem Konsum wandelbar, sondern auch das sexuelle Verhalten (durch Nachahmung sexueller Praktiken etc.)
Fazit
Die sehr intensive Nutzung von Pornografie scheint offensichtlich Auswirkungen auf den Betrachter zu nehmen. Dennoch sollten bei Ihnen nicht sofort alle Alarmglocken läuten, wenn Sie selbst oder Ihr Partner ab und zu einmal zur Selbstbefriedigung einen Porno schauen. Alle beschriebenen Einflüsse beziehen sich nur auf die sehr häufige und intensive Nutzung – sind dann aber ernst zu nehmen.
Pornografie kann sich in einer Partnerschaft aber auch als nützlich erweisen, wenn sie beispielsweise auf erregende Weise das Vorspiel unterstützt. Letztendlich sollten Sie Ihren eigenen Weg finden und sich die Unterschiede von Pornografie und Realität immer wieder in Ihr Gedächtnis rufen.
Autor: Susanne Schneider (Impulsdialog)
Weiterführende Links:
Voll Porno I - Was ist Pornografie und wer nutzt sie?
Voll Porno II - Unterscheidung zwischen Porno und Real Life
Quellen:
Zillmann, D. (2004). Pornografie. In: Mangold R, Forderer P, Bente G (Hrsg.): Lehrbuch der Medienpsychologie. Hogrefe-Verlag für Psychologie. Göttingen-Bern-Toronto-Seattle S.565585.
Pastötter, J. (2008). http://sueddeutsche.de/leben/sexualverhalten-wenn-der-koerper-nichtgefaellt-1.704194
Dr.-Sommer-Studie (2009). Liebe Körper Sexualität. München: Bauer Media Grou Freitag.
Freitag, T. (2011). Pornografiekonsum - Risiken und Nebenwirkungen , In: Prä&Pro 13.Jg.1/2011, ISSN 1437-4153.
Zygowski, E. (2013). Bachelorarbeit: Generation Porno – Auswirkungen von Pornographie im Internet auf die Entwicklung von Jugendlichen, vorgelegt in der Hochschule Neubrandenburg.
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