Selbstbewusstsein stärken

Sexuelle Funktionsstörungen – Wenn der Körper streikt

7255 Leser / 0 Kommentare
Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)

 Auftreten


Störungen von körperlichen Reaktionen beim Sex sind weitaus häufiger als man denkt. Studien zufolge kann man davon ausgehen, dass etwa 16% der Frauen an vermindertem sexuellen Interesse und 8% an einer Orgasmusschwierigkeit leiden. Zwischen 5% und 20% der Männer haben Probleme mit dem Erlangen einer Erektion und bis zu einem Viertel leiden an einer vorzeitigen Ejakulation.

Ursachen


Obwohl die Symptome der Funktionsstörungen rein körperlich sind, können die Ursachen durchaus auch im mentalen Bereich liegen. Man spricht von prädisponierenden Faktoren (sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Störung auftritt, sie liegen zum Beispiel in der Kindheit oder im Genmaterial), auslösenden Faktoren (sie führen zum „Ausbruch“ der Störung und der Symptome, liegen also zeitlich kurz vor dem Auftreten) und aufrechterhaltenden Faktoren (sie sorgen dafür, dass das Symptom nicht nur einmal sondern dauerhaft auftritt).

Prädisponierende Faktoren:

Frühe starke Sexualängste, Gehemmtheit (z.B. durch religiöse oder kulturelle Regeln und Normen), mangelnde Kommunikation, Aufwachsen mit sexuellen Mythen („Selbstbefriedigung macht blind“)

Auslösende Faktoren:

Das erste Ausbleiben einer sexuellen Reaktion, sexuelle Traumata (z.B. durch Missbrauch, sexuelle Gewalt etc.), intensiver Stress, Streit mit SexualpartnerIn, körperliches Risiko (z.B. Herzkreislauferkrankung mit Warnung vor Überanstrengung)

Aufrechthaltende Faktoren:

Angst vor dem Versagen, gespürte Verunsicherung des Partners/der Partnerin, Vermeidung von sexuellen Tätigkeiten, depressive Gedanken



(Zu Beachten ist hierbei allerdings, dass bei jedem Störungsbild und bei jeder Person ein individuell unterschiedliches Muster der Faktoren und Ursachen vorliegen kann. Nicht jede Ursache führt zwangsläufig bei jeder Person zum Ausbruch der Störung.)


Behandlung


Ein großes Problem bei sexuellen Störungen ist, dass nur wenige Betroffene sich Anderen anvertrauen. Das ist natürlich verständlich. Unsere Sexualität ist ein sehr intimes Thema und anderen Menschen Einblick in das eigene Schlafzimmer zu gewähren, fällt sicherlich jedem schwer. Doch genau das ist ein Fehler. Es gibt vielerlei Möglichkeiten, die oben genannten Störungen erfolgreich zu behandeln. Eine der erfolgreichsten Methoden der Behandlung ist zur Zeit die Paartherapie. Der Besuch eines/r PaartherapeutIn erfordert viel Mut, verspricht aber auch vielfältige Erfolge. Im Laufe einer solchen Therapie wird einerseits Wissen über Sexualität im Allgemeinen, andererseits aber auch individuell abgestimmte Inhalte vermittelt. Oft besteht ein wichtiger Teil der Therapie aus Übungen, die die Partner zusammen zu Hause durchführen, um die gemeinsame Sexualität wieder zu entdecken und sexuelle Funktionen wiederzubeleben. Wenn der dahinterliegende Grund ein (sexuelles) Trauma ist, wäre es sinnvoll, vorerst eine individuelle (Trauma-)Therapie in Erwägung zu ziehen.

Auch wenn Probleme beim Geschlechtsverkehr oft tabuisiert werden, heißt das nicht, dass man sie nicht ansprechen darf. Der/Die eigene PartnerIn sollte ein erster Ansprechpartner sein. Aber auch der Hausarzt, Gynäkologe o.ä. können hilfreiches Expertenwissen liefern und Hilfe vermitteln. In weiteren Artikeln im Portal von Impulsdialog können Sie sich vertiefend über Details der einzelnen Störungen informieren und erhalten Tipps zum Umgang und zur Behandlung sexueller Funktionsstörungen.


Für Interessierte:

Wünsche, Bedürfnisse und Emotionen besser kommunizeren, soziale Kompetenz stärken

 

 

 

Seite 1 2 / Auf einer Seite lesen / PDF Download

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Bewertung des Artikels:
Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)