Auf einen Blick:
1. Seite: Überblick Schizoide Persönlichkeitsstörung
2. Seite: Diagnose Kriterien
3. Seite: Abgrenzung schizotypische Persönlichkeitsstörung
4. Seite: Zusammenfassung
Seite 2 - Diagnose Kritieren
Im Rahmen der Klassifikation nach ICD-10 müssen mindestens vier der folgenden Eigenheiten oder Verhaltensweisen vorliegen:
- emotionale Kühle, Distanziertheit oder ein abgeflachter Affekt liegen vor
- wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude
- es besteht eine reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere, oder Ärger auszudrücken
- der Betroffene erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen
- es besteht wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen
- Aktivitäten, die alleine durchgeführt werden, werden fast immer bevorzugt
- es besteht eine übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit
- es bestehen keine oder es werden keine engen und vertrauensvollen Beziehungen oder Freundschaften gewünscht (bzw. höchstens eine)
- es gibt ein mangelhaftes Gespür für die geltenden sozialen Normen und Konventionen (wenn diese nicht befolgt werden, geschieht dies unabsichtlich)
Die Meisten, die sich diese wichtigen Merkmale einer schizoiden Persönlichkeitsstörung vor Augen halten, kennen Menschen, die ihnen dazu mehr oder weniger spontan einfallen. Zum Beispiel der gering ausgeprägte Wunsch nach zwischenmenschlichen Beziehungen. Dies liege, so schildern es Betroffene (falls man überhaupt dazu eine Antwort bekommt), daran, dass gemeinsame Aktivitäten und überhaupt das Zusammensein mit anderen als einfach nicht befriedigend erlebt werden. Warum sollte man dies also tun? Und wenn andere versuchen, mit schizoiden Personen Kontakt aufzunehmen, werden sie mitunter sogar als aufdringlich bis lästig abgewiesen. Aus Sicht der Betroffenen verständlich, es wird ja förmlich diese unbefriedigende Tätigkeit aufgezwungen. Von daher ist die logische Folge eine schroffe Abweisung. Es muss nicht zwingend negativ sein, wenn eine Person anderen lieber aus dem Wege geht und am liebsten für sich alleine tätig ist. Die Mehrzahl solcher Personen ist nicht gerade passiv, sondern durchaus sehr aktiv und konstruktiv. Dies zeigt sich häufig in der beruflichen Laufbahn oder auch in der Freizeit mit zum Teil erstaunlichen Erfolgen. Wie bei den meisten Persönlichkeitsausprägungen ist auch hier der Ausprägungsgrad und der (nicht) vorhandene Leidensdruck (für sich oder das Umfeld) wichtig zu betrachten.
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