Sich auf bereits gemeisterte Krisen berufen
Eine anderer Gedanke, der Mut geben kann, ist eine Langzeitperspektive einzunehmen und sich auf seine früheren Erfahrungen zu berufen:
„Ich schaffe das. Es gab in der Vergangenheit bereits Situationen, die aussichtlos erschienen. Und doch ging es weiter.“
„Ich werde auch hier eine Lösung finden. Es gibt einen Weg und ich will ihn gehen.“
„Es hat immer irgendwie geklappt und es wird auch diesmal klappen.“
„Ich habe Menschen, die mich unterstützen und es ist okay, sich ihnen anzuvertrauen und sie um Hilfe zu bitten.“
Diese Perspektive kann dabei helfen, sich daran zu erinnern, dass man schon Schlimmeres überstanden hat und auch dass manche Herausforderungen einem im Nachhinein oft nicht mehr ganz so bedrohlich erschienen. Und schließlich haben uns die Gesamtheit unserer Erfahrungen, die guten wie die schlechten, zu dem Menschen gemacht, der wir heute sind.
Gefühle sind menschlich
Schließlich sollte man nicht vergessen, dass es menschlich ist, etwa Trauer und Zweifel zu verspüren und Angst zu haben. Denn es geht nicht darum, keine Angst und keine Zweifel zu haben, sondern etwas gerade trotz dieser Angst und Zweifel zu wagen. Wenn sich eine schwierige Situation auftut, kann man ihr so besser ins Auge sehen und sie bewältigen, anstatt sie möglichst beseitigen und wegschieben zu wollen, um diese Gefühle zu vermeiden. Trauer, Wut, Angst und Zweifel – sie haben Platz, brauchen Zeit und sind Teil des Prozesses. Indem sie als diesen Teil akzeptiert werden, kann ihnen ihre lähmende Kraft genommen werden.
... auf zu neuen Ufern!
Man kann sich diesen Prozess des Lernens und Überwindens wie einen Sumpf vorstellen. Manchmal muss man durch den Sumpf waten, um ans nächste Ufer zu gelangen – und dort sieht es meistens ganz anders aus als am zurückliegenden Ufer, denn man hat ein neues Gebiet erschlossen und auf dem Weg dahin viel mitgenommen. Man ist gewachsen, gereift, man hat aus Fehlern gelernt und sich weiter entwickelt, vielleicht ist man sogar ein Stück weit robuster geworden und schließlich angekommen, an einem neuen Wohlfühlufer.
Autor: Marlene Heinzle (Impulsdialog)
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