Berufsalltag managen

Problemlösetraining – Eine systematische Strategie

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Auf einen Blick:

1. Seite: Was ist ein Problem?

2. Seite: Der Problemlöseprozess I

3. Seite: Der Problemlöseprozess II

4. Seite: Der Problemlöseprozess III

Seite 4 - Der Problemlöseprozess III

Phase 5: Planung von Schritten

In dieser Phase soll die ausgewählte Lösung konkret geplant werden in dem sie in einzelne Schritte unterteilt wird. Hierbei sollten Sie auch situative Faktoren, Verhalten, Gedanken und mögliche Schwierigkeiten berücksichtigen.

Beispiel Planung von Schritten:

Situative Faktoren: Direktes Ansprechen nach dem Kommentar
Verhalten: Laute, deutliche Stimme, aufrechte Körperhaltung
Gedanken: Ich habe das Recht es anzusprechen. Ich schaffe es.
Schwierigkeiten: Ich habe zu große Angst.



Phase 6: Durchführung der Handlungsschritte

Die geplante Handlung soll nun durchgeführt werden. In Beachtung der vorherigen Schritte sollten nun alle Faktoren berücksichtigt sein und die Problemlösungsstrategie geeignet sein.

Beispiel Durchführung der Handlungsschritte:


Der Vorgesetzte wird direkt angesprochen.

Phase 7: Bewerten und Entscheiden

Wenn die gewählte Problemlösungsstrategie funktioniert hat, kann das Problem nun abgeschlossen werden. Wenn es nicht funktioniert hat, gilt es die einzelnen Schritte noch mal zu überprüfen: War das Problem zu undeutlich definiert? War das Ziel zu unrealistisch? Habe ich Lösungsmöglichkeiten nicht bedacht? Habe ich die falsche Lösung ausgewählt? Habe ich falsch geplant? Habe ich die Lösung falsch ausgeführt?

Beispiel Bewerten und Entscheiden

Als ich es angesprochen hatte, ist mein Vorgesetzter direkt weggegangen. Hier würde es sich empfehlen eine andere Lösung auszuprobieren wie beispielsweise zum Chef zu gehen.

 

Mit diesen Problemlösestrategien versuchen wir die unangenehme Situation, zu verändern. Es kann aber auch gut Fälle geben, bei denen es uns nicht möglich ist die Situation zu verändern. Beispielsweise lässt sich der Vorgesetzte nicht stoppen in seinen zynischen Bemerkungen und der Arbeitsplatz kann wegen geringer Alternativen und finanzieller Abhängigkeit nicht gewechselt werden. Hier empfiehlt sich die „emotionale Bewältigung der Situation“. Dies bedeutet, dass wir versuchen unsere aufkommenden Emotionen, in diesem Fall Wut, zu bewältigen. Hier würden sich beispielsweise Entspannungsübungen anbieten. Für die meisten Menschen ist es manchmal gar nicht leicht zu erkennen ob eine unangenehme Situation veränderbar ist oder nicht. So starten sie häufig ergebnislos Versuche um die Situation zu verändern. Es empfiehlt sich, wenn ein Erfolg eventuell absehbar ist, die höchstmöglichste Anstrengung in die Problemlösung zu stecken. Sollten wir dann bemerken, dass es einfach nicht klappt, kann besser abgeschaltet werden und die Situation emotional bewältigt werden.
Autor: Lukas Lier (Impulsdialog)

Quellen:

D’Zurilla, T. J., Goldfried, M. R. (1971). Problem solving and behavior modification. Journal of Abnormal Psychology, 79 (1), 107-126.
D’Zurilla, T. J. (1990). Problem-solving training for effective stress management and prevention. Journal of Cognitive Psychotherapy, 4 (4), 327-355.
Kaluza, G. (2012). Gelassen und sicher im Stress – Das Stress-Kompetenz-Buch, Stress erkennen, verstehen, bewältigen (4. Aufl.). Berlin: Springer.

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