Persönlichkeit entwickeln

Orthorexie - der Zwang ausschließlich Gesundes zu essen

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Symptome kurzgefasst:

  1. - Drang zu gesunder Ernährung
  2. - Gedanken kreisen um gesunde Lebensmittel
  3. - Verzicht auf immer mehr Lebensmittel
  4. - Nahrungsmittel haben einen übertrieben hohen Stellenwert im Leben
  5. - Erhöhtes Zeitkontingent für Einkauf und Zubereitung von Lebensmitteln
  6. - Selbstsanktionierung bei Verstoß gegen die eigenen Ernährungsgesetze
  7. - Vernachlässigung sozialer Kontakte
  8. - Überzeugung der Richtigkeit der eigenen Ernährungsweise, kein Änderungswille

Alle aufgezählten Symptome können im normalen Umfang bei allen Personen auftreten. Der Übergang zwischen gesund und krank ist fließend und kann nur durch Fachleute genau bestimmt werden.

Folgen einer derartigen Essstörung sind ein zu niedriges Körpergewicht und soziale Isolation. Letzteres entsteht durch ein übertriebenes Selbstgerechtigkeitsempfinden und vermeintlicher moralischer Überlegenheit sowie dem Drang, die Gemeinschaft mit anderen Personen zu meiden, da keine gemeinsame Nahrungsaufnahme stattfinden kann. Bekannten, Freunden aber auch der eigenen Familie wird diese Art der Ernährung als richtig und lebensbestimmend aufgezwungen, was zunehmend zur Distanzierung und schließlich zur Vereinsamung führt. Nimmt ein Betroffener doch einmal schlechte Nahrung zu sich, so stellt sich ein schlechtes Gewissen ein, dass nur mit Erbrechen oder Fasten ausgeglichen werden kann. Nicht selten leiden sie auch an Müdigkeit, Bauchkrämpfen, Blähungen, Kopfschmerzen oder Haarausfall als Folge der Mangelernährung.

Orthorektikern fehlt jedwede Einsicht in ihre Krankheit, was sie für eine sachliche Argumentation zu tatsächlich gesunder Ernährung immun macht. Psychologen vermuten, dass Orientierungslosigkeit und vermehrtes Kontrollbedürfnis hinter einer solchen Fokussierung der Essgewohnheiten stehen können. Die Kontrolle über das eigene Essverhalten wird als Ersatz für die verlorengegangene Kontrolle in anderen Lebensbereichen gesehen. Offiziell ist Orthorexia nervosa nicht als eigenständige Krankheit klassifiziert sondern wird mit Ängsten, einer Zwangserkrankung oder anderen Essstörungen in Verbindung gebracht. Folglich wird Orthorexie mit Psychotherapie behandelt. Teile einer solchen Behandlung können die Aufarbeitung von persönlichen Problemen, aber auch Genuss-, Ernährungs-, Entspannungs- und Aufmerksamkeitstrainings sein.
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2 Kommentare

gibts da mehr infos? Oder eben https://www.google.com/
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Lizzwee
Ich hab von dieser Störung noch nie etwas gehört, es klingt aber sehr spannend, gerade wenn es gar nicht soo selten vorzukommen scheint. Sicher auch eine neuere Störung - aber durchaus wissenswert!
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JuliaS

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