Nüchterner Blick – Bekannte Gefahren
Trotz dieser beruhigenden und zum Teil sogar ermutigenden Befunde, sind dennoch auch bestätigte negative Konsequenzen von Onlinespielen bekannt. So wiesen Forscher, wie bereits weiter oben deutlich geworden, zum einen ein erhöhtes Risiko für Isolation im offline Kontext nach, was vor allem bei jungen Nutzern eine Gefahr darzustellen scheint. Zum anderen konnten auch schon Zusammenhänge von Onlinespielen und exzessivem Spielen bis hin zur Entwicklung einer Spielsucht nachgewiesen werden, wofür allerdings noch weitere Forschung zum Erkunden konkreterer Risikofaktoren nötig ist.
Fazit
Es kann also keine allgemeingültige Antwort darauf geben, ob Onlinespiele das Sozialleben grundsätzlich positiv oder negativ beeinflussen, da dies sehr von der individuellen Situation (einschließlich der Person) abhängig ist. Allerdings kann man unter entsprechenden Umständen ruhigen Gewissens zur Beziehungspflege auf diese Möglichkeit zurückgreifen. Ernsthaft problematisch wird dieses Verhalten wohl erst, wenn sich durch sehr hohen Zeitaufwand starke negative Konsequenzen in mehreren anderen Lebensbereichen abzeichnen oder Zeichen abhängigen Verhaltens auftreten.
Zur weiteren Lektüre empfehlen wir deshalb die sinnverwandten Artikel Gruppenzwang und Facebook und Sind wir Facebooksüchtig. Schauen Sie sich bei Interesse doch auch unseren wissenschaftlich basierten Selbsttest Facebookabhängigkeit an. In Kürze soll außerdem ein Artikel zu abhängigem Verhalten folgen, der womöglich einige Ihrer weiteren Fragen beantworten wird. Schauen Sie doch einfach demnächst wieder auf unserer Webseite vorbei (edit: Abhängigkeit - Im Sog des Verlangens).
Autor: Maximilian Sonntag (Impulsdialog)
Quellen:
www.statista.com
Trepte, S., Reinecke, L., & Juechems, K. (2012). The social side of gaming: How playing online computer games creates online and offline social support. Computers In Human Behavior, 28(3), 832-839. doi:10.1016/j.chb.2011.12.003
Domahidi, E., Festl, R., & Quandt, T. (2014). To dwell among gamers: Investigating the relationship between social online game use and gaming-related friendships. Computers In Human Behavior, 35, 107-115. doi:10.1016/j.chb.2014.02.023
Anmerkung des Autors:
Das der leichteren Lesbarkeit halber verwendete generische Maskulinum („Spieler“ etc.) schließt sämtliche sexuelle Identitäten ein und soll insofern nicht als Form sozialer Diskriminierung missverstanden werden.
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