Betroffene berichten, dass sie all diese Phänomene sehr klar und real wahrgenommen haben, obwohl sehr viel in der oft nur kurzen Zeit passiert ist. Häufig wird von glücklichen, segensreichen oder göttlichen Momenten gesprochen. Sogar bei Unfallopfern oder Absturzopfern wurde der Tod nicht als quälend oder schrecklich wahrgenommen. Das Gefühl der Ruhe und des Friedens wird bei etwa 2/3 der Personen beschrieben, alle anderen Elemente kommen mal mehr, mal weniger vor. In den wenigen negativ wahrgenommenen Fallberichten, bei denen es sich nicht selten um Suizide handelt, sehen sich die Betroffenen ebenfalls von außen, können sehen und hören, aber auch kommunizieren. Diese Kommunikationsfähigkeit mit Worten besteht bei positiven Erlebnissen seltener.
Häufigkeit von Nahtoderfahrungen
Untersuchungen geben an, dass zwischen 5% und 20% der in medizinisch kritischen Situationen befindlichen Personen von Nahtoderfahrungen berichten. Dazu zählen auch die bereits erwähnten Suizidversuche - bei diesen Patienten sind Nahtoderlebnisse sogar wahrscheinlicher. An den unterschiedlichen Zahlenangaben ist zu erkennen, dass das Phänomen des Nahtodes sehr umstritten ist. Erhebungen sind schwierig, da die Erinnerungen nur auf Befragungen von Personen beruhen und subjektive Aussagen durch viele Faktoren beeinflussbar sind. Demnach sind sie nur schwer überprüfbar. Zudem können viele Betroffene nur schwer beschreiben, was genau sie tatsächlich gesehen, gehört oder gefühlt haben, wenngleich Erinnerungen an diese Erlebnisse zeitlich stabil scheinen. Ebenso schwierig ist die Beurteilung des Erlebten - handelt es sich tatsächlich um ein Nahtoderlebnis oder ist viel eher etwas Ähnliches beschrieben wurden. Um Nahtoderfahrungen als solche zu verifizieren, wird ein dafür konzipierter Test benutzt.
Vorkommen einer Nahtoderfahrung
Die Erlebnisse treten nicht nur bei Unfällen oder Erkrankungen auf, sondern auch im Falle eines Suizids. Eine Ausnahme bilden Anästhesien sowie Hyperglykemie (erhöhter Blutzuckerspiegel). In diesen Fällen konnten bisher keine Nahtoderfahrungen dieser Art dokumentiert werden. Auch bei Kindern gibt es Nahtoderlebnisse: Diese entsprechen weitestgehend den Erfahrungen von Erwachsenen, bis auf den fehlenden Lebensrückblick. Dies sind äußerst interessante Erkenntnisse, da Kinder nicht oder nur wenig durch Medien vorbelastet sind und daher davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich entsprechende Erlebnisse hatten. Es sollte Medizinern und Ersthelfern daher bewusst sein, dass auch Kinder sehr realitätsnah, aber von einer Außenperspektive mitbekommen können, wie die Reanimation vonstattengeht. Eine Kommunikation und Beruhigung der Kinder während solcher Vorgänge sollte daher unerlässlich sein.
Ansätze der Erklärung
Nahtoderlebnisse sind weder vollständig noch annähernd erklärt, viel eher existieren Vermutungen, worum es sich hierbei handeln könnte.
• Pharmakologische Beeinflussung: Bestimmte Medikamente können unter Umständen ähnliche Phänomene verursachen. Zum Beispiel wurde von LSD-Konsumenten berichtet, dass sie farbenfrohe Landschaften, Tunnel oder spirituelle und göttliche Wesen innerhalb einer Halluzination gesehen haben. Einige Medikamente können daher einen Überschuss oder eine Unterproduktion von Hormonen (Serotonin und andere) im Gehirn verursachen. Dies wiederum führt wahrscheinlich zu den beschriebenen Halluzinationen.
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