Der Film „Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“ machte im Jahr 2009 auf eine ernstzunehmende Krankheit aufmerksam: die Kaufsucht. So gut wie in den Film sieht der Alltag eines Shoppingssüchtigen leider nicht aus. Was ist Kaufzwang? Wann spricht man von einer Sucht? Und welche Behandlungen gibt es?
Kaufrausch, Kaufwahn, Kaufzwang. Die Kaufsucht hat viele Namen. Sie beschreibt aber immer eine psychische Störung bei Konsumenten, die sich durch zwanghaftes, episodisches Kaufen von Waren äußert. Wie bei Alkoholabhängigen kommt es zu einem Rausch, wenn die Betroffenen Waren in den Einkaufswagen legen und bezahlen. Dabei ist es egal, ob man die neue Jeans braucht oder nicht. Kaufen macht glücklich. Deshalb kauft man weiter. Die Glückshormone, die dabei ausgeschüttet werden, machen süchtig. Man will immer mehr.
Fangen wir am Anfang an: Oniomanie ist zum ersten Mal im Jahr 1909 von Emil Kraepelin beschrieben worden. Laut der Studie "Cumpulsive Buying" aus dem Jahr 2013 sind 7% der Deutschen kaufsüchtig mit einer steigenden Tendenz. Männer und Frauen sind gleich stark davon betroffen. Jedoch sind die jüngeren Konsumenten eher kaufsüchtig als ältere. Das Kaufverhalten ist ebenfalls unterschiedlich: Manche greifen bei allen Schnäppchen zu, die sie sehen, andere kaufen nur Markenprodukte oder haben sich auf Kaffeemaschinen, CDs, Bücher, Kosmetikartikel, etc. fokussiert.
Es wird angenommen, dass eine Persönlichkeitsstörung zugrunde liegt. Nach Ansicht der meisten Autoren spielt auch das verminderte Selbstwertgefühl eine Rolle. Wie andere Suchtmittel werden beim Shoppen negative Gefühle und Frustrationen verdrängt. Neben der Kaufsucht leiden die Betroffenen häufig an Depressionen, Angst- oder an anderen psychischen Störungen.
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