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Gute Nacht Geschichten für Kinder: Sprache lernen leicht gemacht

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Grammatikalische Entwicklung

Die grammatischen Fähigkeiten der Kinder entwickeln sich ähnlich beeindruckend. Die ersten grammatischen Schritte eines Kindes bestehen aus einfachen Zwei-Wort-Sätzen, wie z.B. „Teddy Bett!", für: der Teddy sitzt auf dem Bett. Selbst diese einfachen Wortkombinationen folgen schon grundlegenden grammatischen Regeln (etwa Subjekt vor Ort). In nur zwei bis drei Jahren lernen Kinder dann annähernd alle komplexen grammatischen Regeln ihrer Muttersprache. Aber erst mit acht Jahren sind diese Regeln als explizites Wissen vorhanden, bis dahin werden sie nur implizit beherrscht, das heißt intutitiv angewendet. Gelernt werden die Regeln also nicht wie beim Erwerb einer Fremdsprache durch genaue Anweisung sondern dadurch, dass das Kind ständig mit grammatikalisch richtiger Sprache konfrontiert wird, bis es implizit ihre Regeln lernt. Das ist z.B. beim Vorlesen von Geschichten der Fall, die zudem oft komplexere Satzstrukturen aufweisen als im Alltag gesprochene Sprache.

Pragmatische Entwicklung

Um eine Sprache erfolgreich anzuwenden reicht es nicht, ihre Regeln, Wörter und ihren Klang zu beherrschen. Kinder müssen auch lernen wie und wann man sie gebraucht. Wie kann man damit umgehen, wenn emotionale Wörter benutzt werden, mit welchen Fomulierungen werden sachliche Zusammenhänge dargelegt? Wann meint der Gesprächspartner das, was er sagt, ernst und wann ist es Ironie oder vielleicht ein Witz? Kinder entwickeln ein Gespür dafür welche Satzmelodie eine Frage anzeigt, welche einen wütenden Ausruf und welche vielleicht eine Warnung. Seine Anfänge nimmt die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit bereits mit wenigen Monaten mit der interaktiven Synchronisierung, einem Wechselspiel aus Lächeln und Zurücklächeln zwischen Elternteil und Kind. Wird das Kind älter, werden die sozialen Interaktionsmuster komplexer, es lernt den kulturspezifischen Gebrauch von Sprache und die Regeln der sozialen Interaktion. Geübt wird dies durch das Durchspielen von sogenannten Scripts, also feststehenden Verhaltensmustern, zum Beispiel beim Vater-Mutter-Kind-Spiel, durch direkte Anweisung der Bezugspersonen, aber eben auch durch Geschichten. In Kindergeschichten wird meist ein sozialer Konflikt aufgebaut, zu dem dann direkt auch ein Lösungsvorschlag dazu geliefert wird. So hat das Kind die Möglichkeit sich unterschiedliche soziale Situationen hineinzudenken und gleichzeitig sozial anerkanntes Verhalten für diese Situation zu lernen.

Und wie sollte man am besten vorlesen?

Dass Kinder schon früh mitbekommen was man ihnen vorliest, zeigt sich an einer Untersuchung, in der Babys pränatal jede Woche dieselbe Geschichte vorgelesen wurde. Nach der Geburt konnten sie die Geschichte zuverlässig wiedererkennen, selbst wenn sie von einer fremden Stimme vorgetragen wurde. Sie hatten die spezifische Sprachmelodie dieser Geschichte gelernt und wiedererkannt. Aber auch später, wenn die kognitiven Strukturen der Kinder schon ausgereifter und ihre sprachliche Entwicklung schon fortgeschrittener sind, hat Vorlesen Auswirkungen auf ihre sprachlichen Fähigkeiten. Dabei geht es, wie oben im oberen Abschnitt deutlich geworden ist, längst nicht nur um die Sprachmelodie einer Geschichte, sondern um jeden einzelnen Bereich der Sprachentwicklung. Was genau man mit dem Vorlesen fördert, hängt vom Vorlesestil ab. Am meisten profitiert das Kind von einem interaktiven Lesen, das heißt wenn die Eltern während des Lesens Fragen stellen, das Kind zum Mit- und Weiterdenken animieren usw. Dabei kann man den Fokus auf verschiedene Aspekte legen.

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Ein Kommentar

Sehr interessanter und hilfreicher Artikel. Habe jetzt auch angefangen beim Babysitten bewusster vorzulesen und mit dem Kind mehr zu interagieren.
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Ani

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