Inhaltliche Denkstörungen
Bei den inhaltlichen Denkstörungen werden die eigenen Gedanken, Gefühle, Handlungen oder Impulse als fremd oder auf verschiedene Weise manipuliert erlebt. So gibt es die Gedankeneingebung, bei der Betroffene meinen, es werden fremde Gedanken von einer äußeren Macht ins Bewusstsein eingegeben, die Gedankenausbreitung, bei welcher Betroffene denken, die Gedanken werden so übertragen, dass andere sie hören können und den Gedankenentzug, welcher das Gefühl beschreibt, dass eine äußere Macht plötzlich und unerwartet Gedanken aus dem Kopf stehle.
Darüber hinaus fallen unter die inhaltlichen Denkstörungen, das Gefühl „gemachter“ Gefühle (Gefühle von außen eingegeben), „gemachter“ Handlungen (Handlungen von außen gesteuert) und „gemachter“ Impulse (Impulse von äußerer Kraft eingegeben).
Formale Denkstörungen
Bei den formalen Denkstörungen funktioniert das Denken / die Sprache nicht normal flüssig. Es tritt desorganisierte Sprache auf. So ergeben sich folgende Eigentümlichkeiten in der gesprochenen Sprache.
Von gelockerten Assoziationen oder Denkzerfahrenheit spricht man bei häufigem Themenwechsel und unlogischen bzw. unzusammenhängenden Bemerkungen, während die Aussagen vom Sprechenden für sinnvoll gehalten werden. Eine Inkohärenz der Sprache bezeichnet das Fehlen eines verständlichen Zusammenhangs zwischen Denken und Sprechen. Außerdem treten beim Sprechen extreme Neologismen (Neubildungen von Worten), Perseveration (ständige Wiederholung einzelner Worte oder Aussagen), Alliterationen oder Reime auf.
Diagnose
Zur Diagnosestellung werden die Symptome allerdings in andere Symptomgruppen eingeteilt, da sich herausgestellt hat, dass bestimmte Symptome häufig zusammen auftreten.
So gelten laut der ICD-10 (der internationalen Klassifikation der Krankheiten) als wichtigste Symptome einer Schizophrenie:
• Gedankenlautwerden, -eingebung, -entzug, -ausbreitung
• Kontroll- und Beeinflussungswahn; Gefühl des Gemachten bzgl. Körperbewegungen, Gedanken, Tätigkeiten, Empfindungen; Wahnwahrnehmungen
• Halluzinierte Stimmen, z.B. Kommentierende oder dialogische Stimmen
• Anderer Anhaltender, kulturell unangemessener, völlig unrealistischer Wahn (wie eine religiöse oder politische Identität, Superkräfte, übermenschliche Fähigkeiten wie z. B. der Wetterkontrolle oder Kommunikation mit Außerirdischen)
Von diesen muss mindestens den Großteil eines Monats zumindest ein Punkt erfüllt sein. Außerdem müssen für die Diagnose in diesem Zweitraum mindestens zwei der folgenden Punkte erfüllt sein:
• Anhaltende Halluzination einer Sinnesmodalität
• Gedankenabreißen oder Einschiebung in Gedankenfluss, resultierend in zusammenhangsloser oder bedeutungsloser Sprache oder Neologismen
• Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypien, Negativismus, Stummheit, Stupor
• „Negative“ Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachte / inadäquate Affekte
Dies gilt für die meisten Subtypen der Schizophrenie. Lediglich die Schizophrenie Simplex stellt eine Ausnahme aufgrund ihrer Verschiedenheit von den anderen Störungsbildern dar. Bezüglich dieser müssen mindestens 1 Jahr lang bedeutsame, anhaltende Veränderungen der Qualität einiger Aspekte des individuellen Verhaltens vorliegen, wie Interessenverlust, Ziellosigkeit, Nichtstun, Egozentrismus und sozialer Rückzug.
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