Berufsalltag managen

Burnout: Leben am Limit der Belastbarkeit

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Keine Abgrenzung zur Arbeit

Sieht man persönlich die Arbeit als Hauptaufgabe an und zieht aus dieser seine Zufriedenheit, kann es passieren, dass man sich zu sehr in die Arbeit stürzt, Pausen und Urlaub ignoriert und auch nach Feierabend und am Wochenende den Kopf nicht frei hat für Erholung. Die fehlende Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit kann zu einem Burnout führen. In diesem Fall gibt es viele Strategien gegenzusteuern: Nehmen Sie sich keine Arbeit mit nach Hause oder versuchen Sie, nach Feierabend keine Mails mehr zu lesen.

Mangelnde Stressbewältigungsstrategien
Oft kann man Druck gar nicht vermeiden, zumindest temporär. Doch kann Druck nur der aushalten, der innerlich stark ist und über entsprechende Strategien verfügt mit Leistungsdruck umzugehen. Dazu gehören beispielsweise eine gute Organisationsfähigkeit und Zeitmanagement sowie die Fähigkeiten, delegieren zu können und Prioritäten setzen können. Menschen, die nicht über solche Bewältigungsstrategien verfügen und sich schwertun, anderen etwas abzuschlagen (Nein-sagen), die schwer Grenzen setzen können, es allen immer recht machen wollen oder Angst vor Konflikten haben, laufen eher Gefahr, sich an die Grenzen eines Burnout zu begeben.

Helfersyndrom
Der Begriff des Burnout wurde in den 1970er Jahren von dem amerikanischen Psychologen Herbert Freudenberger erstmals benutzt. Dabei bezog er sich vor allem auf Sozialberufler und Helfer. Diese geben oft sehr viel Zuwendung, die sie aber auch selbst empfangen möchten. Auch können Personen mit Helfersyndrom oft nicht „Nein“ sagen und versuchen, ihr labiles Selbstwertgefühl durch die Aufopferung an große Aufgaben und damit verbundene Dankbarkeit vieler Hilfsempfänger zu stabilisieren. Wenn sie anderen helfen, fühlen sie sich gebraucht. Darüber vergessen sie leicht, auch an sich selber zu denken und auf ihren Körper zu hören. Dies zu tun kann ein erster Schritt sein, das Burnoutrisiko zu vermindern.

Perfektionismus oder krankhafter Ehrgeiz
Personen, die ausbrennen, sind nicht selten perfektionistisch haben oft zu hohe Ziele und Probleme damit, Kompromisse einzugehen. Sie stellen sehr hohe Anforderungen an sich, wollen alles perfekt machen und setzen sich (übertrieben) hohe Ziele im Beruf, im Privaten, im Hobby usw. Sie wollen stets Höchstleistungen vollbringen und erlauben sich keine Fehler. Der hohe Anspruch geht mit einem Druck einher, der sich bei zu viel Arbeit oder mangelnden Strategien zur Stressbewältigung in einem Burnout niederschlagen kann. Ähnlich zu Perfektionismus kann auch übertriebener Ehrgeiz Ursache für ein Burnout sein. Menschen, die sich zu sehr mit ihrer Arbeit identifizieren und deren Selbstwertgefühl größtenteils auf beruflichen Leistungen beruht, zeigen häufig krankhafte Sucht nach Erfolg. Elterliche Erziehung hat dies oft geprägt: Wurden zum Beispiel Zuneigung und Liebe nur bei vorgezeigten Erfolgen des Kindes entgegengebracht, dann entstand im Kind die innere Vorstellung, „Nur wenn ich gute Leistung erziele, werde ich Zuneigung und Anerkennung bekommen.“ Die Personen müssen sich und anderen also durch ihre Leistung immer wieder aufs Neue beweisen, dass sie „wer“ sind und können keine Rücksicht auf ihren Körper nehmen, da dies als Zeichen von Schwäche gewertet werden könnte. Da aber kein noch so großer Erfolg ihr Selbstwertgefühl auf Dauer ernähren kann, eilen sie von einer Herausforderung zur nächsten, kommen nicht zur Ruhe, fühlen sich ständig gehetzt und sind voller Unruhe.

In jedem Fall kann es sinnvoll sein, Entspannungsübungen durchzuführen und Sport zum Stressabbau zu treiben. Generell sollten Sie auf die Signale Ihres Körpers achten und sich genügend Auszeiten gönnen sowie Arbeit und Freizeit voneinander trennen. Weitere Hinweise und Übungen bei einem Verdacht oder Risiko zu Burnout, können Sie dem Onlinetraining Stressresistenz entnehmen.

Autor: Maleen Zerna (Impulsdialog)



Quellen:

Burisch, M. (2010). Das Burnout-Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung. Berlin u.a.

Kaschka, W. P., Korczak, D., & Broich, K. (2011). Burnout: a fashionable diagnosis. Dtsch Arztebl Int, 108(46), 781-787.

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