Berufsalltag managen

Burnout: Leben am Limit der Belastbarkeit

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Seite 2 - Äußere Ursachen

 Gesellschaftliche Ursachen

Die gesellschaftlichen Umstände prägen uns alle und können unsere Gefühle beeinflussen. Die Leistungsorientierung in der Gesellschaft führt zu einer Arbeitsverdichtung und zu dem Druck, es solle immer mehr geleistet werden. Fragen wie: „Habe ich mich genug angestrengt, um den Job nicht zu verlieren?“ oder „Was passiert, wenn ich sage, dass ich die Aufgaben nicht alle schaffe?“ sind für die meisten unter uns nicht neu. Der Leistungscharakter des kapitalistischen Systems bewirkt auf diese Weise, dass die Angst vor Arbeitslosigkeit bzw. den damit verbundenen Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben steigt. Insgesamt verunsichert die unberechenbare Marktlage, in der eine langfristige Lebensplanung entfällt, stark. Dauerhafte Anspannung kann die Folge sein.

Zudem betont die Gesellschaft die Bedeutung des Berufs, den man nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern als Möglichkeit zur Entfaltung verstehen soll. Dazu kommt, dass familiäre Bindungen zunehmend zerfallen, wodurch viele Personen die Arbeit zur primären Quelle für Befriedigung und Lebenszufriedenheit wird. Jedoch kann nicht nur eine ungünstige Einstellung zur Arbeit, sondern auch die Arbeit an sich bzw. Arbeitsbedingungen ursächlich für ein Burnout sein oder dies zumindest begünstigen.

Organisationsbedingte Ursachen

Eine Ursache auf der Ebene der Organisationen kann beispielsweise ein Wechsel der Arbeitssituation (ein neuer Vorgesetzter, eine neue Arbeitsstelle, Wechsel der Struktur der Organisation oder überhaupt der Einstieg in den Beruf) sein. Die Umstellung geht mit Unsicherheit und möglicherweise Stress und Ängsten einher. Aber auch eine hohe Arbeitsbelastung und das Ausmaß der intellektuellen Anregung spielen eine Rolle: Je mehr der Alltag von Routine ohne Herausforderungen bestimmt ist, desto höher ist das Burnoutrisiko. Aber auch mangelnde Autonomie stellt ein Risiko dar, denn sie führt zu mangelnden Möglichkeiten, sich selbst in die Arbeit einzubringen und eigene Entscheidungen zu treffen, was wiederum die eigene Motivation senkt. Zudem wirken unklar definierte Ziele und Erfolgskriterien der Arbeit ungünstig, denn auch dies bringt Verunsicherung mit sich. Eine andere Situation, die Burnout begünstigen kann, ist, wenn gar das Team nicht die gleichen Ziele verfolgt bzw. wenn Ziele verfolgt werden müssen, die gegen die eigenen Wertvorstellungen verstoßen. Druck und Stress können die Folge sein.

Weitere Punkte betreffen das Arbeitsklima: Sowohl mangelnde Unterstützung durch Kollegen oder gar Mobbing, sowie ein „schlechtes“ Verhältnis zum Vorgesetzten können eine Rolle spielen. In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben sind zu wenig Rückmeldung, Lob und Anerkennung durch den Chef. Auch objektive Maße sind wichtig: Massive körperliche Belastungen durch Heben von schweren Gewichten bei nicht trainierter Muskulatur, der häufige, starke Wechsel der Umgebungstemperaturen ohne Schutzkleidung, oder wechselnde Arbeitszeiten, wie häufige oder lang anhaltende Nachtdienste sind auch für die Psyche belastend.

Vermuten oder befürchten Sie die Gründe für ein (drohendes) Burnout auf einer der bisher beschriebenen Ebenen, ist es schwierig persönlich etwas dagegen zu tun. In Bezug auf die gesellschaftliche Ebene scheint es sinnvoll, sich so weit wie möglich von der Leistungsorientierung der Gesellschaft abzugrenzen versuchen und die Zufriedenheit mit dem Leben nicht (nur) anhand der Arbeit zu beurteilen. Liegt ihr Problem aber auf der individuellen Ebene, steht es eher in ihrer Macht etwas zu verändern und einem Burnout entgegenzuwirken.

 

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