Auf einen Blick:
1. Seite: Einleitung Bluthochdruck und Psyche
2. Seite: Folgen und Umgang
3. Seite: Zusammenfassung
Seite 2 - Folgen und Umgang
Doch die Folgen können auf Dauer hohe Spannungszustände sein. Diese Spannung äußert sich häufig (neben anderen Körpersymptomen) in hohem Blutdruck. Wichtig neben einer Erweiterung der eigenen Bewältigungsstrategien, wie durch Entspannungstechniken, ist dabei eine Ursachenklärung im psychologischen Sinne. Ärger, Konflikte, Sorgen, Ängste, Grübeln, Einsamkeit oder Unzufriedenheit sind oft Folgen von bestimmten Denk- und Verhaltensmustern. Viele Bluthochdruckpatienten sind teils über-engagiert, sowohl im Beruf als auch in der Freizeit. Sie können sich schwer abgrenzen oder „Nein-sagen“. Egal, ob der Arbeitskollege, der Nachbar oder ein Bekannter - wenn um Hilfe gefragt wird, kann kein Gefallen abgeschlagen werden. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, kann aber dann zu Problemen führen, wenn die eigenen Energie- und Kraftreserven bereits sehr erschöpft sind und die Belastungsgrenze erreicht ist. Das sogenannte „Helfersyndrom“ führt dann oft zu einem Überforderungserleben, das sich stark körperlich äußert.
Hypertoniker sind häufig Personen, die immer alles unter Kontrolle haben möchten. Sie mögen es sehr ordentlich und sind sehr pflichtbewusst. Es bestehen oft (zu) hohe Ansprüche an sich selbst. In Verbindung mit hohen Anforderungen im Beruf wird dies zu einer ungünstigen Mischung. Wer zum Beispiel ständig viel leisten muss, ohne dafür ausreichend belohnt zu werden oder Anerkennung zu bekommen, der ist für den hohen Blutdruck prädestiniert.
Die Entscheidung für bestimmte Lebenssituationen wirkt ebenfalls als starker Einflussfaktor auf den Blutdruck. Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, die Wahl aber sehr schwer fällt und in der Schwebe ist, wirkt dies belastend für den Geist und den Körper. Sobald jedoch Entscheidungen gefallen sind und sich die Dinge in eine eindeutige Richtung entwickeln, kann der Bluthochdruck zurückgehen.
So verschieden die Ursachen des Bluthochdrucks sein können, so unterschiedlich sind auch die Therapieansätze. Häufig wird die Diagnose „essentielle Hypertonie“ gestellt. Dies bedeutet, dass die Ursachen für den hohen Blutdruck nicht eindeutig erklärbar sind. Dahinter stehen häufig psychosomatische Ursachen. Wenn Sie also gezielter mit chronisch hohem Blutdruck umgehen und Ihre Gesundheit stärken möchten, dann sollte grundsätzlich viel Wissen über sich selbst eine hohe Priorität genießen. Die Selbstwahrnehmung wann, wie oder wodurch ich mich selber (zu oft) in Stresserleben bringe ist dabei sehr wichtig. Versuchen Sie ungünstige Gewohnheiten, Verhaltensweisen und Denkmuster zu erkunden und befreien Sie sich von diesen. Dabei kann die Psychologie und Psychotherapie sehr behilflich sein. Unterstützend dazu wirken Handlungsstrategien, wie beispielsweise spezielle Entspannungsverfahren.
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