Auf einen Blick:
1. Seite: Psychische und physiologische Abhängigkeit
2. Seite: Suchtstatistiken
3. Seite: Phänomene der Abhängigkeit
4. Seite: Zusammenfassung
Seite 2 - Suchtstatistiken
Suchtstatistiken aus Deutschland
• Rund 15 Millionen Raucher, das entspricht 25 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ein Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen rauchen.
• 10 Millionen Menschen, die Alkohol in gesundheitlich riskanter Weise konsumieren, d. h. sie trinken täglich mehr als 12 g (Frauen) bzw. 24 g (Männer). Knapp 1,8 Millionen Menschen sind alkoholabhängig. Das Einstiegsalter für regelmäßigen Alkoholkonsum ist seit 1970 von 15 auf 12 Jahre gesunken.
• Der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol lag im Jahr 2013 bei 9,7 Liter. In den EU-Staaten steht Deutschland damit nach einigen osteuropäischen Ländern, Portugal, Spanien und Österreich an 13. Stelle.
• 3 Millionen Rauschgiftkonsumenten, davon konsumieren 2,4 Millionen Cannabis. Im Jahr 2014 verstarben 1.032 Menschen infolge ihres Rauschgiftkonsums, das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Drogentodesfälle sind auf Vergiftungen in Folge der gleichzeitigen Einnahme verschiedener Substanzen zurückzuführen.
• 1,5 bis 1,9 Millionen Medikamentenabhängige, davon sind zwei Drittel Frauen. 4 bis 5 Prozent aller häufig verordneten Arzneimittel besitzen ein konkretes Suchtpotenzial.
• Rund 436.000 pathologische Glücksspieler und weitere 362.000 Menschen mit einem problematischen Spielverhalten. Die Umsätze auf dem Glücksspielmarkt (ohne Soziallotterien, Sportwetten und Online-Glücksspiele von privaten und ausländischen Anbietern) sind im Jahr 2013 geringfügig auf 33,4 Milliarden Euro gestiegen. Im Jahr 2013 waren in Deutschland 263.000 Spielautomaten aufgestellt. Der Ertrag der Automaten ist seit 2006 (Novellierung der Spielordnung) um 86 Prozent gestiegen.
Kriterien der Abhängigkeit
Interessant ist nun zu wissen, bei welchen Merkmalen einer Person bzw. ihres Verhaltens von einer Abhängigkeit gesprochen werden kann. Hierbei legen wir die oben beschriebene Unterteilung in substanzgebunden und substanzungebunden zugrunde.
Substanzgebunden: Man spricht von einem Abhängigkeitssyndrom, wenn folgende Merkmale vorliegen:
- Toleranzentwicklung
- Entwicklung eines Zwangs zum Substanzkonsum
- Auftreten einer Entzugssymptomatik nach kurzem Absetzen
- Konsum, um Entzugssymptome zu vermeiden
- Zunehmende Bedeutung der Einnahme der Substanz im Verhältnis zu anderen Verhaltensweisen (z.B. auf Arbeit pünktlich erscheinen), trotz negativer Konsequenzen
- Eingeschränktes Verhaltensrepertoire auf bestimmte Konsummuster
Außerdem besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich das Abhängigkeitssyndrom nach einem ersten Rückfall sofort voll entwickelt. Im Rahmen des Abhängigkeitssyndroms (aber auch bei entsprechenden Essstörungen) spricht man vom sogenannten Craving. Craving beschreibt das kontinuierliche und nahezu unbezwingbare Verlangen eines Suchtkranken, sein Suchtmittel zu konsumieren und stellt damit das zentrale Moment des Abhängigkeitssyndroms dar.
Substanzungebunden: Hier spricht man von abhängigem Verhalten und meint damit ein Vorliegen folgender Merkmale:
- Starker Drang bzw. Zwangsgefühl entsprechendes Verhalten auszuführen
- Unzureichende Fähigkeit zur Kontrolle
- Unbehagen oder Stress bei Verhinderung bzw. Beendigung des Verhaltens
- Kontinuierliches Weiterführen des Verhaltens, trotz negativer Konsequenzen
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