Phasen der Therapie
Erreicht der Betroffene aber die oben genannte vierte Phase der Veränderungsbereitschaft, tritt also in Aktion, um sich einer Behandlung zu unterziehen nachdem er eine Krankheitseinsicht erlangt, und Therapiemotivation aufgebaut hat, wird diese folgende Phasen umfassen:
1. Kontaktphase zur Förderung der Motivation und Entwicklung realistischer Therapieziele
2. Entzug durch Entgiftung
3. Entwöhnungsbehandlung: Kennenlernen von Gefährdungsquellen und –arten sowie des Umgangs mit zum Beispiel Alkoholangebot, Aufbau von Selbstkontrolle, Erlernen des Umgangs mit kritischen sozialen Situationen und Rückfallprophylaxe + Persönlichkeitsveränderungen/Behandlung weiterer vorliegender Störungen
4. Nachsorge, Nach- und Rückfallbehandlung
Risiko für erneuten Konsum nach Abstinenz
Hat die Person einmal die Hürde genommen, frei von der Substanz bzw. Handlung zu werden, heißt das in vielen Fällen leider noch nicht, dass sie vollkommen frei von der Abhängigkeit ist. Diese liegt zwar nicht mehr im eigentlichen Sinne des Wortes vor, hat aber dennoch Spuren zurückgelassen. Deshalb gibt es bei einigen abstinent Lebenden Rückfälle, welche schnell in eine erneute Phase starker Abhängigkeit münden können. Risikobedingungen sind (a) allgemeine kritische Lebenssituationen („unbalanced lifestyle“), wie Tod Nahestehender, die eine Belastung darstellen und Kompensationsverhalten, z.B. durch Alkohol, fördern können, (b) die Konfrontation mit einer Risikosituation, das heißt das Geraten in eine Situation in der früher Konsum ausgeübt wurde bzw. in welcher man schlecht dem Konsum von zum Beispiel Alkohol ausweichen kann und (c) fehlende Bewältigungsstrategien für den Umgang mit den Risikosituationen. Es ist also nach initialem Überwinden der Abhängigkeit wichtig, die Konfrontation mit Risikosituationen zu vermeiden und entsprechende Bewältigungsstrategien zu erlernen.
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Autor: Maximilian Sonntag
Quellen:
Vorlesungsinhalte aus „Klinische Psychologie II“ an der FSU Jena
Anmerkung des Autors:
Das der leichteren Lesbarkeit halber verwendete generische Maskulinum schließt sämtliche sexuelle Identitäten ein und soll insofern nicht als Form sozialer Diskriminierung missverstanden werden.
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