Der Weg aus der Abhängigkeit
So schnell sich ein abhängiges Verhalten herausbilden kann, so lang ist oft auch der Weg sich von diesem wieder zu befreien. Es gibt glücklicherweise bereits einige Forschung zu dem Thema, die zeigen konnte, welche Faktoren Motivation zur Behandlung schaffen, welche Phasen ein Betroffener in seiner Bereitschaft zur Veränderung durchlebt, wie konkret die Phasen der Therapie aussehen sollten und welche Bedingungen ein Risiko für einen Rückfall darstellen.
Faktoren, welche die Motivation zur Behandlung erhöhen
Eine große Rolle für das Einleiten von Veränderungen im Lebenslauf spielen folgende Umstände:
•Zunahme der negativen Konsequenzen des Substanzmissbrauchs
•Ursprünglich langfristig wirksame negative Konsequenzen (Erkrankungen, emotionale Störungen, soziale Probleme, justizielle Sanktionen) werden immer stärker und treten in zeitliche Konkurrenz zu den positiven Konsequenzen
•Zufällige aktuelle Gründe (Geldmangel, Substanzmangel, körperliche Erschöpfung), die eine regelmäßige Substanzeinnahme verhindern
•Positive Erwartungen an die:
- Kompetenz von Fachleuten*
- eigene Kompetenz zur Verhaltensänderung
- eigenen Fähigkeiten zur Meisterung kritischer Situationen (self efficacy)
* (oft sind Therapieangebote bekannt, aber es existieren falsche Vorstellungen über therapeutische Prinzipien und Abläufe in stationären Einrichtungen; fehlen diese positiven Erwartungen, kommt es i.d.R. zunächst zu Selbstheilungsversuchen)
Phasen der Veränderungsbereitschaft
1. precontemplation: Kontinuierlicher Konsum ohne jegliche Bereitschaft zur Veränderung
2. contemplation: Nachdenken über Vor- und Nachteile, sowie mögliche Aufgabe des Konsums
3. preparation: Selbstheilungsversuche
4. action: Anstreben einer Behandlung
5. maintenance: Aufrechterhaltung der Abstinenz
Leider ist nicht bei jedem Betroffenen ein solch prototypischer Verlauf zu erwarten. Gerade der vierte Schritt wird oft nur mit Hilfe Angehöriger geschafft. Steht einer Person kein entsprechend veränderungsförderliches Umfeld zur Verfügung, ist sie der Suchtspirale oft sehr lange oder ihr Leben lang ausgesetzt.
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