Persönlichkeit entwickeln

Persönlichkeitsstörung Teil 10: Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen

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Auf einen Blick:

1. Seite: Die narzisstische Persönlichkeitsstörung - Überblick

2. Seite: Diagnosekriterien und Therapie

3. Seite: Zusammenfassung

4. Seite: Die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung - Überblick

5. Seite: Diagnosekriterien und Therapie

6. Seite: Zusammenfassung

 

 

Seite 2 - Diagnosekriterien und Therapie

 

Mindestens fünf der folgenden Merkmale und Verhaltensweisen müssen erfüllt sein, damit diese Diagnose vergeben werden darf:

  • Größengefühl
  • Phantasien über unbegrenzten Erfolg, Macht, Schönheit oder ideale Liebe
  • Gefühl der Einmaligkeit
  • Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung
  • Unbegründete Anspruchshaltung
  • Ausnutzung von zwischenmenschlichen Beziehungen
  • Mangel an Empathie
  • Neidgefühle oder Überzeugung, beneidet zu werden
  • Arrogantes, hochmütiges Verhalten

Therapie

Betroffene kommen nur selten von sich aus in eine Therapie. Gründe für eine Therapie sind meist andere psychische Störungen, darunter insbesondere Depressionen. Psychoanalytische und tiefenpsychologisch-fundierte Therapien bieten unterschiedliche Ansätze zur Behandlung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. In der übertragungsfokussierten Psychotherapie wird davon ausgegangen, dass man den Patienten damit konfrontieren muss, dass ihre Selbstüberschätzung ein Abwehrmechanismus gegen Wut, Aggression und Neidgefühl ist. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass dieses Vorgehen häufig zu vorzeitigen Therapieabbrüchen führt. Dies könnte eventuell an dem verletzen Selbstwert des Betroffenen kommen, dessen Selbstbild angezweifelt wurde. Einige Psychoanalytiker schätzen konfrontatives Vorgehen als wenig sinnvoll ein, weil es nur zu Abwehrreaktionen des Patienten führe. Stattdessen sei ein unterstützendes, einfühlsames und respektvolles Vorgehen geeigneter. Auf diese Weise kann der Patient die Erfahrung machen, dass er als Person akzeptiert und wertgeschätzt wird und allmählich ein realistischeres Selbstbild entwickeln, bei dem er nicht ständig auf die Bewunderung anderer angewiesen ist. In der Regel werden keine Psychopharmaka innerhalb der Behandlung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung verabreicht. Diese werden nur dann eingesetzt, wenn gleichzeitig andere psychische Störungen vorliegen, die eine Medikation unumgänglich machen.

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