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Achtsamkeit im Alltag – auf dem Weg zur Entschleunigung

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Auf einen Blick:

1. Seite: Was ist Achtsamkeit?

2. Seite: Wie hilft Achtsamkeit?

3. Seite: Techniken

4. Seite: Zusammenfassung

 

Seite 2 - Wie hilft Achtsamkeit?

 

Wie kann Achtsamkeit helfen?

Warum sollen wir wahrnehmen, was wir aktuell fühlen, denken oder wie wir uns verhalten?

Wenn wir nicht wahrnehmen, dass wir Stress empfinden, können wir unser Stresslevel nicht senken. Merken wir nicht, dass wir müde sind, arbeiten wir zu lange. Konzentrieren wir uns beim Essen auf unser Smartphone, essen wir zu viel.

Was macht die Geschichte „Ohne Worte- ohne Schweigen“ in Bezug auf das eigene Leben deutlich? Viele Prozesse im Alltag laufen automatisch ab, ohne dass sie bewusst wahrgenommen werden. Dieser Modus wird „Autopilot“ genannt und beinhaltet die Durchführung von Tätigkeiten, ohne darüber nachzudenken. Er schützt das Gehirn vor Überlastung und hilft in schwierigen Situationen schnell zu handeln. Zur Gefahr wird der „Autopilot“ erst dann, wenn das Leben aus vielen Automatismen besteht. Dann zieht das Leben vorbei, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Achtsamkeit kann dabei helfen, sich diesen Automatismen bewusst zu werden und entsprechende Handlungsmuster und Entscheidungen neu zu überdenken. Aus unterschiedlichen Gründen kann dies Sinn ergeben. Die angeeigneten Automatismen verändern sich nicht. Dahingegen sind Körper und die Umwelt einem ständigen Wandel ausgesetzt. So können Handlungen, die funktional waren, heute Stress erzeugen, da sie unter den aktuellen Umständen nicht mehr auf die Situation zugeschnitten sind. Achtsamkeitsübungen können helfen Situationen oder Emotionen wertungsfrei zu registrieren, mit emotionaler Distanz wahrzunehmen und gegebenenfalls zu handeln. Damit wird der Stress im Alltag reduziert und Erkrankungen wie Burnout werden vorgebeugt.

Der Weg zur Achtsamkeit

Um auf persönliche Bedürfnisse eingehen zu können, müssen sie zuerst wahrgenommen werden. Wird über einen längeren Zeitraum nicht auf Empfindungen, körperliche und seelischen Bedürfnisse eingegangen, so kann dies zu neurotischen und psychosomatischen Störungen führen.

Verdeutlicht wird dies an folgendem Beispiel:

Ich nehme wahr, dass ich schwitze und mein Herz schneller klopft (Körper). Ich fühle, dass ich gestresst bin und Unruhe verspüre (Gefühle). Ich realisiere, dass ich mich mit inneren Sätzen dazu antreibe: „Mach keine Fehler! Beeile dich!“ Nun ist zu überlegen, erst einmal durchzuatmen und die Aufgabe mit mehr Ruhe zu erledigen oder so weiterzumachen wie bisher. Der im Beispiel gezeigte Ablauf kann in 4 Schritten dargestellt werden:

1. Wahrnehmung:

a) Körper

b) Gedanken

c) Gefühle

d) Außenwelt

2. Empfindung, Gefühle

3. Bewusstwerden, Erkennen

4. Handeln

Der vierte Schritt „Handeln“ stellt eine besondere Herausforderung dar. In diesem Prozess gilt es, das wahrgenommene Gefühl oder den Körperzustand ohne Bewertung zu akzeptieren. Dies kann innerpsychische Spannungen reduzieren und den Blick auf tieferliegende Emotionen freigeben. Langfristig kann dies wiederum helfen, die richtigen Veränderungen vorzunehmen, um ähnliche Situationen in der Zukunft zu reduzieren. Dabei geht es nicht darum die eigenen Gefühle abzuschalten, sondern sie so wahrzunehmen, wie sie sind. Denn jegliche Emotionen haben bereits dadurch eine Daseinsberechtigung, indem sie empfunden werden. In diesem Zusammenhang geht es vielmehr darum, diese Emotionen wahrzunehmen ohne sie direkt zu beurteilen. So gilt es Trauer zu empfinden, diese jedoch nicht in Wut gegenüber Mitmenschen auszudrücken, sondern als tieferliegende Bedürfnisse vorzutragen. Wird mit dieser Akzeptanz durch das Leben gegangen, können vergangene Ereignisse besser abgeschlossen und neuen Erlebnissen mit mehr Neugier begegnet werden.

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Ein Kommentar

Hallo,
Achtsamkeit ist eine sehr gute Möglichkeit zur Entschleunigung. Denn wenn wir Dinge wirklich achtsam erledigen, machen wir sie automatisch fokussierter und langsamer.

Das tolle an diesen Übungen ist eben auch, dass sie so schön in den Alltag eingebaut werden können. Egal ob beim achtsamen Duschem, beim Blumen gießen oder Fenster putzen. Die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt.

Weitere Entschleunigungsübungen gibt es hier:
http://einfachmeditieren.net/entschleunigung/

Schöne Grüße,
Markus
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Markus

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