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Missbraucht und verschwiegen

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Vor einiger Zeit wurde uns ein Erfahrungsbericht zugesandt, der uns beim Lesen sehr traurig machte und die Abgründe einiger Menschen aufzeigte. Wir haben lange überlegt, ob wir diesen Bericht veröffentlichen, jedoch wollten wir nicht genauso schweigen, wie viele in diesem Bericht. Missbrauch ist ein schreckliches Thema, welches aber leider zur Realität gehört. Schweigen ist der falsche Weg und da die Geschichte mit Bitte um Veröffentlichung zugesandt wurde, entsprechen wir dem Wunsch.

Warnung: Dieser Erfahrungsbericht kann "Trigger" (= Auslöser für plötzliche Veränderung der Stimmungslage) enthalten. Dies bedeutet, dass die folgenden Zeilen starke Emotionalität auch beim Leser auslösen können. Falls Sie sich selbst gerade psychisch nicht stabil fühlen oder bei sensiblen Themen (Vernachlässigung, Gewalt, Missbrauch,...) heftig reagieren, sollte Vorsicht geboten sein.

"Ich bin 46 Jahre alt und habe eine sehr lange Mißbrauchsgeschichte. Ich wurde in eine sogenannte Vorzeigefamilie geboren, nichts deutete nach außen auf irgendwelche Probleme hin. Mit drei Jahren wurde ich allerdings das erste Mal brutalst von meinem Vater geschlagen, weil ich meine Schuhe nicht anziehen wollte. Kleine Kinder sind ja gern mal trotzig. Mein Vater übertrieb es allerdings sehr. Er war mit viel Schlägen und Gewalt groß geworden, in der damaligen Zeit keine Ausnahme. Meine Oma war schlicht und einfach überfordert, weil ihr Mann nie da war und sich um nichts kümmerte. Er erkannte seine eigenen Söhne manchmal noch nicht mal auf der Straße. Kamen sie ihm entgegen und sagten scherzhaft: Grüß Gott Herr H. sagte er nur: grüß Gott Jungs und merkte nicht, daß seine eigenen Kinder dabei waren. Meine Oma war streng katholisch, aber irgendwie auf eine verlogene Art. Zwanzig Jahre ohne Führerschein Auto fahren, aber jede Woche in die Kirche rennen. Als ich geboren wurde stellte sie fest, daß sie mit Mädchen nichts anfangen konnte. Aber wenigstens kam ihre Schwester dann, die liebevoll mit mir spielte. Dafür bin ich ihr bis heute dankbar. Wir waren jedes Wochenende bei ihr, weil mein Vater damals sich um sie kümmerte, auch finanziell und dort auch seine Freunde traf, mit seiner Band auftrat. Meine Mutter kümmerte sich nicht viel um mich. Gern gab sie die liebevolle Mutter nach außen hin. Sie hat mich wohl nie geliebt und hält bis heute zu den Tätern. Manchmal erzählt sie den Leuten, ich wäre ein schwarzes Schaf und undankbar. In ihren Augen haben Kinder ihre Eltern glücklich zu machen. Komische Einstellung, vor allen Dingen sehr egoistisch.

Als ich sechs Jahre alt war zogen wir von Bayern nach Hessen. Ich wechselte nach einem halben Jahr die Schule. Umzug und neue Freunde finden waren für mich kein Problem. Die andere Oma, mütterlicherseits nahmen wir mit. Sie hat mich geliebt und es mir auch immer gesagt und gezeigt. Als ich 12 Jahre alt war begann mein persönlicher Alptraum. Meine Mutter war sexuell sehr zugeknöpft, meinem Vater reichte es nicht. Er begann mich auf seine kranke Art und Weise zu lieben. Ging nachts in mein Zimmer und wollte mit mir schlafen. Grausame 16 Jahre lang blieb es leider so. Es ist sehr schwer sich gegen den eigenen Vater zu wehren, vor allem, wenn die Mutter beschließt wegzusehen statt zu helfen. Ich habe heute noch oft Probleme Frauen zu vertrauen. Es gibt immer wieder liebe Frauen in meinem Leben, zu denen ich eine gute Freundschaft aufbauen kann. Aber ich bin sehr mißtrauisch geworden. Bis 18 Jahre ging es so weiter. Leider kam auch noch mein verhasster Bruder auf die Idee mich ebenfalls zu mißbrauchen und sogar Freunde zu animieren. Meine Oma war immer mal wieder im Krankenhaus, wir hatten den Schlüssel. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum mir nie jemand geholfen hat. Das Haus ist sehr hellhörig. Sie behandelten mich wie den letzten Dreck. Wenn meine Oma dann da war und ich ins Bad mußte bekam ich Probleme. Sie wußte es wohl nicht. Ich kann heute noch nicht in Badezimmern baden, die genauso aufgeteilt sind wie dieses Badezimmer damals. Niemand hörte meine Schreie, einmal mißbrauchten sie mich dermaßen brutal und sadistisch, daß ich fast gestorben bin. Der Notarzt kam und die Polizei. Mein Bruder hat es allen Ernstes geschafft sie von ihrer Unschuld zu überzeugen. Ich bekam null Hilfe, im Gegenteil, ich hatte immer mehr das Gefühl sie bringen mich eines Tages um. Er hatte zwei „Freunde“ aus der Nachbarschaft animiert. Beide keine Männer, mit denen ich jemals freiwillig schlafen würde. Sie gaben mir Alkohol und Medikamente, hielten mir den Mund zu, damit niemand meine Schreie hörte. Immer und immer wieder. Beide liebten Knoblauch und aßen große Mengen davon. Es waren Brüder, der eine Alkoholiker. Viel später habe ich den einen mit seiner Schuld per Brief kontaktiert. Es kam keine Antwort.

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