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Zahnfüllungen als Auslöser von Multiple Sklerose - Ein Erfahrungsbericht

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 Immer sagte ich: "Ich möchte den Zahn ziehen lassen."

Zahnarzt 1 sagte: "Nein, da wäre keine Entzündung."
Zahnarzt 2 meinte: "Ja, das könnte eine Entzündung sein."
Wir öffnen den Zahn und machen eine neue Wurzelbehandlung: geöffnet, gesäubert, Medikament rein - es stellte sich keine Besserung ein, der Vorgang wurde wiederholt. Erneut Blasenentzündung. Dann kam ich langsam dahinter. Gibt es hier einen Zusammenhang? Laut der chinesischen Medizin sind die Zähne mit den Organen im Körper durch Meridiane verbunden und es überrascht nun niemand mehr, aber die Frontzähne werden Blase und Nieren zugeordnet.

Als ich meine Endontologin damit konfrontierte, lächelte sie mich ungläubig an und meinte, das wäre doch absolut unmöglich. Diese Frau wollte meinen Zahn unbedingt "retten", obwohl dieser zum einen schon 10 Jahre lang tot war und dazu noch hochgradig entzündet. Sie meinte, ich solle doch über eine Revision der Wurzelspitze nachdenken. Ich ging zu einem Spezialisten, wurde einmal mehr geröntgt und mir wurde erklärt wie diese Revision durchgeführt werden sollte.

Irgendwie kam mir das alles sehr surreal vor, wie sie alle panisch versuchten meinen Zahn zu retten - wo aber blieb der Mensch, gequält von Blasenentzündungen und mit den Nerven fast am Ende?

Immer sagte ich: "Ich möchte den Zahn ziehen lassen", ich musste darum fast schon betteln. Das häufigste Argument war: „Sie wollen doch nicht ohne Zähne herumlaufen, Sie sind noch so jung, mit heutigem medizinischem Stand/Mitteln könne man solche Zähne noch retten!" Ja, vielleicht kann man das, aber mein Zahn war eine Belastung für meinen Körper, das merkte ich deutlich: also Schönheit vs. Gesundheit.

Ich entschied: Der Zahn kommt raus! Bei einem Implantologen wurden Abdrücke gemacht für das Provisorium, es dauerte alles ziemlich lange. Zu lange für meinen Körper: Er reagierte prompt mit einer chronischen Blasenentzündung, welche ich über Tage nicht mehr in den Griff bekam. Nach einer durchwachten Nacht fuhr ich zum Arzt und verlangte den Zahn sofort zu ziehen - er tat es. Eine große Entzündung war vorhanden. Die Blasenentzündung wurde am gleichen Tag schon viel besser. Am nächsten Tag war sie so gut wie weg und kam bis heute nicht wieder, sehr zu meiner Freude!

Doch dann der nächste weitreichende Fehler: Die Lücke muss geschlossen werden. Ein Implantat sollte hinein. Ich bestand nach der Extraktion darauf, die Entzündung heilen zu lassen und auf keinen Fall ein Sofortimplanat zu setzen. Einen Monat hatte mein Körper laut Arzt dafür Zeit und es ging mir insgesamt viel besser.

Nach 1,5 Wochen kam der alles zerstörende Schub

Dann kam der Tag, an dem das Implantat gesetzt wurde. Der Arzt meinte noch, dass die Wunde noch nicht zu 100% ausgeheilt sei - implantierte aber trotzdem. Auf meine Frage, ob das Titanimplantat gut verträglich sei, kam die Antwort wie aus dem Schulbuch: Titan sei absolut verträglich und allergiefrei! Nach 1,5 Wochen kam dann der alles zerstörende "SCHUB". Von einem Tag auf den anderen bekam ich plötzlich unerklärliche Symptome: Schwindel, Übelkeit, Muskelschmerzen- und zuckungen, Sehstörungen und Durchfall. Es war sehr heiß an jenem Tag. Alle meinten, ich hätte zu wenig getrunken und mir einen Virus eingefangen. Mir dämmerte aber recht schnell, was hier los war und ich recherchierte im Internet.

(An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich durch den Bericht von Frau Pfeiffer-Stolz auf der Seite von Herrn Dr. Schnitzer erst wirklich dahintergekommen bin, was mit mir los ist.)

Zum Glück war ich schon vorher sensibilisiert und wusste recht zeitnah, dass es nur vom Implantat kommen konnte, denn das war der einzige größere Eingriff bzw. die einzige größere Veränderung. Ich forschte lange, denn die Symptome waren mein einziger Anhaltspunkt. Mir erschien jedoch einleuchtend, dass ich eine Titanunverträglichkeit haben könnte. Oder die Entzündung, die nicht richtig ausgeheilt war, war noch da. Ich suchte lange nach einem ganzheitlichen Zahnarzt, der mich hoffentlich unterstützen würde. Ich stieß auf einen Zahnarzt in der Nähe von Tübingen und ging schnellstmöglich in seine Praxis. Dort ließ ich verschiedene Bluttests durchführen. Es wurden folgende Stoffe getestet: Amalgam (Quecksilber), Toxine von wurzeltoten Zähnen, Gold, Titan, Legierung Nickel.

Auf reines Titan sprang mein Körper nicht an, aber die Toxine bzw. die Entzündungswerte in meinem Blut waren stark erhöht. Die restlichen Ergebnisse stehen noch aus. Sicher ist jedoch, dass ich meine wurzelgefüllten Zähne ziehen werden lasse!

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Ein Kommentar

Sehr eindrucksvolle Geschichte, danke fürs Teilen. Ich habe selber viele Probleme mit meinen Zähnen und es ist gut zu wissen, zu was die Behandlung alles führen kann. Allerdings ist mir aus dem Bericht nicht klargeworden, ob das alles wirklich was mit MS zu tun hat. Haben Sie schon eine Diagnose bekommen? Wie geht es Ihnen mittlerweile?
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Kathrin

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