Selbstbewusstsein stärken

Ist das Single-Gen für unseren Beziehungsstatus verantwortlich?

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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieso manche Menschen problemlos von einer Beziehung in die nächste gelangen, während andere ihr Leben lang Single bleiben? Chinesische Forscher haben einen Zusammenhang zwischen dem Beziehungsstatus und einem unserer Gene festgestellt.

Single-Dasein eine Frage der Gene?

Forscher der Peking Universität haben ein Gen ausgemacht, dass die Wahrscheinlichkeit erhöht, beziehungslos zu bleiben. Ist ein Single-Gen also Schuld am Alleinsein?

Wie paaren sich Stachelschweine? Ganz vorsichtig, damit sie sich nicht aus Versehen gegenseitig verletzen. Aber scheinbar paaren sie sich auch ziemlich erfolglos oder wie oft begegnen Sie einer Familie von Stachelschweinen? Stachelschweine sind Einzelgänger, ob aus Überzeugung und Mut oder aus Verzweiflung – dies sei dahingestellt.
Singles sind in unserer Gesellschaft die Stachelschweine: Einzeltiere, ob aus Überzeugung oder Verunsicherung ... Viele Singles arrangieren sich sehr gut mit ihrer Situation. Weniger als die Hälfte aller Alleinlebenden suchen lediglich aktiv einen Lebensgefährten. Doch meist schlagen zwei Seelen in der Brust: Auf der einen Seite streben Singles nach Autonomie und Selbstverwirklichung, auf der anderen Seite verspüren sie Sehnsucht nach Gemeinschaft, Wertschätzung und Sicherheit.

Es gibt aber auch viele Singles, die sich häufig stundenlang den Kopf zerbrechen, warum sie keinen Partner finden. Teilweise sind sie schon jahrelang alleine. Bei Freunden und Bekannten sehen sie Manche, die ein typisches Singeleben überhaupt nicht kennen und erlebt haben. Einige wandern gar von einer Beziehung gleich in die Nächste, ohne ein Singleleben zu haben. Andere sind schon ewig in einer festen Beziehung und sind im Eheleben mit Kindern angekommen. Manche Singles fragen sich dann: „Warum klappt es bei denen so einfach?! Was mache ich falsch?“.

Forschen haben nun angeblich die Ursachen allen Übels gefunden: Das Single-Gen. Aber kann ein Gen schuld sein am chronischen Alleinsein?

Eine Variante des Gens 5-HT1A soll Singles nun Antworten auf die Frage geben, ob mit ihnen etwas nicht stimmt. Forscher der Universität in Peking haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass möglicherweise das Gen mitverantwortlich dafür sei, dass manche Menschen eher alleine sind und auch bleiben. Es erhöhe die Wahrscheinlichkeit, beziehungslos zu bleiben. Dafür wurden 579 chinesische Studenten untersucht. In der Studie, die in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" erschien, konzentrierten sich die Wissenschaftler um Xiaolin Zhou auf Variationen in dem Gen 5-HT1A. Dieses Gen hat direkten Einfluss darauf, wie viel des Glückshormons Serotonin im Körper produziert wird. Von dem Gen gäbe es zwei Varianten: Eine C- und eine G-Version. Die Letztere hemme die Produktion von Serotonin. Als wichtiger Zusammenhang wurde aber festgestellt, dass Träger dieser Version auch viel seltener in Beziehungen waren. Nur 39 Prozent der Träger der G-Version hatten aktuell einen Partner. Bei der C-Variante hingegen, welche die Produktion von Serotonin fördere, seien 50 Prozent der Studienteilnehmer in einer Beziehung gewesen. Dies sei ein statistisch bedeutsamer Unterschied urteilten die Autoren der Studie. Der statistische Zusammenhang zwischen dem Partnerschaftsstatus und der Genvariante hielt auch dann noch stand, wenn die Wissenschaftler mögliche andere Gründe dafür, keinen Partner zu haben, herausfilterten. Dies habe zum Beispiel einer prekären finanziellen Situationen oder depressiven Symptomen entsprochen.

Aber was hat der Serotoninspiegel im Körper konkret mit einer Partnerschaft zu tun?

Es wird vermutet, dass sich Personen mit weniger Serotonin in Beziehungen anders verhalten und sich unwohler fühlen. Tierstudien zeigen, dass gerade ein niedriges Serotoninlevel mit Aggressionen gegenüber potenziellen Partnern im Zusammenhang steht. Des Weiteren haben schon frühere Studien gezeigt, dass Träger der G-Variante des Gens häufiger unter psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder einer Borderline-Störung litten. Diese Erkrankungen sind durch emotionale Labilität und durch Beziehungsstörungen gekennzeichnet. Zudem stellt sowohl eine Stimmungs- als auch eine Emotionsinstabilität für den Beginn und den Verlauf einer Partnerschaft, eine Schwierigkeit und Belastung dar. Die Forscher der Studie schlussfolgern, dass Personen mit der G-Version eher zu Misserfolgen in Beziehungen neigen, weil es ihnen schwerer falle, Beziehungen zu beginnen und aufrechtzuerhalten. Dennoch merken die Wissenschaftler auch an, dass natürlich nicht nur die Genvariationen den Beziehungsstatus beeinflussen. Es gäbe noch viele andere Faktoren, wie äußere Umstände, soziale Einflüsse, Erwartungen und Ansprüche u.v.m., die darüber entscheiden, ob jemand vorzugsweise in einer festen Beziehung oder als Single lebt. Zudem habe das Single-Dasein nicht nur Nachteile. Singles gelten als unabhängig, beruflich erfolgreich und sie haben einen großen Freundeskreis.



Das sagt Impulsdialog dazu:

Die vorgestellte Studie der Forscher ist sicher interessant, inwiefern sie aber für Sie selbst relevant ist, dürfen Sie gerne für sich allein oder mit ihrem Partner entscheiden.




Weiterführende Links:
Training: Umgang mit Gedanken
Lernmappe: Positive Gedanken
Erfahrungsbericht vom lebensfrohen Ronny - Ein Leben mit Alexithymie


Foto: Steffen Walther

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