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Depression - Eine Entzündung im Gehirn?

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Das Immunsystem des menschlichen Körpers erhält seine Gesundheit, treibt die Selbstheilung voran und bekämpft Schädlinge sowie Fremdkörper. Es schützt den Menschen. Oder doch nicht? Eine aktuelle Studie aus Kanada legt nahe, dass das Immunsystem zumindest zum Teil für Depressionen verantwortlich sein kann.

Depression ist in Deutschland die am häufigsten auftretende psychische Störung. Trotzdem ist ihr Ursprung in der Medizin immer noch ein Rätsel. Warum ertragen manche Menschen schwerste Schicksalsschläge ohne psychische oder emotionale Folgen, wohingegen andere scheinbar grundlos in eine Depression verfallen?

 

Einfluss der Gene

Bisher konnte die Medizin zumindest zwei verschiedene Einflussfaktoren ausmachen: Zum einen kann die genetische Konstellation einen Einfluss darauf haben, ob eine Depression auftritt oder nicht. So ist das Risiko für Kinder, bei denen ein Elternteil an einer Depression erkrankt ist um ca. 10% - 15% höher, ebenfalls an einer Depression zu erkranken. Sind beide Elternteile von einer Depression betroffen, ist das Risiko für die Kinder ebenfalls zu erkranken sogar 30% - 40% höher.Dennoch ist die Genetik ebenso wie Umweltfaktoren nur ein Teilfaktor.

 

Umweltfaktoren

In Zwillingsstudien, die die genetische Disposition zur Depression untersuchten, wurde ein „Depressions-Gen“ ausgeschlossen. Als zweiter Faktor, welche die Entstehung einer Depression begünstigen, werden prägende Erfahrungen genannt. Entsprechend kompliziert wird schon durch diese zwei Faktoren eine klare Aussage über die Entstehung: Es gibt keine eindeutige Beschreibung dessen, welches die prägenden Ereignisse sein können oder welcher sozialen Bedingungen eine Depression begünstigen.

 

Depression: eine Entzündung im Gehirn?

Dennoch gelingt den Forschern aktuell zumindest ein Teilerfolg in der Untersuchung der Entstehung von Depressionen. Sie untersuchen schon seit längerem den Zusammenhang von Entzündungen im Körper und der Depression. Den Zusammenhang, den sie dabei als theoretische Grundlage nutzen, erscheint auch dem Otto-Normalverbraucher plausibel: Erhöhte Entzündungswerte beeinflussen unsere Gefühle. Sie zeigen, dass unser Immunsystem aktiv wird und erhöhte Entzündungswerte gehen mit Symptomen einher, die auch für die Depression bekannt sind: Gedrückte Stimmung, Antriebsmangel und Appetitverlust. Wer sich an den letzten grippalen Infekt erinnern kann, dem kommen diese Symptome sicher auch bekannt vor. Der Ansatz der Forscher aus Kanada soll nun in dem Rahmen eine Studie nachweisen, dass Depressionen durch Entzündungsprozesse im Gehirn befördert werden.

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