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Voll Porno II – Unterscheidung von Porno und Real Life

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Im ersten Teil der Artikelreihe „Voll Porno“ wurden Definition und Nutzung von Pornografie genau unter die Lupe genommen. Nun stellen wir die Frage: Inwiefern stimmen Pornografie und das reale Leben überein? Wie denken erfahrene und auch unerfahrene Menschen über dieses Thema?

Für sexuell eher unerfahrene Menschen und Jugendliche ist es schwierig zu entscheiden, ob oder was bei pornografischen Inhalten realistisch ist oder was im realen Sexualleben eines Paares wirklichkeitsfremd ist. Viele – besonders junge Menschen – nehmen an, dass zumindest ein Teil der erregenden Filme die Realität zeige. Ältere und Beziehungserfahrene hingegen halten sowohl Darsteller*innen als auch Darstellungen für wenig realistisch. In einem Forum einer Partnersuchbörse im Internet fragt ein offensichtlich unerfahrener Besucher, wie realistisch Pornos wirklich sind:

„In wie weit haben Pornos Bezug zur Realität? Kann man sich als junger Mann ohne Sexerfahrung das Sexualleben von verliebten jungen Paaren so vorstellen, wie es vielleicht höchstens in den Amateurpornos gezeigt wird? Gibt‘s da vielleicht doch ein Unterschied zwischen Realität und Pornos […]?“



Einige Stunden später finden sich auf dem Portal die ersten Antworten ein:

„Das sind definitiv zwei verschiedene Welten. Pornos sind einfach nur wildes Gerammel. Das gibt es zwar auch so im realen Leben, aber bei weitem nicht so exzessiv […]“

 

„Pornos haben mit der Realität nichts zu tun, zumindest nichts mit der Realität verliebter Paare. Pornodarsteller sind bezahlte Schauspieler. […]“

 

„Als sexuell unerfahrener Mann können Pornos durchaus gute Dienste leisten, um im Fall der Fälle das primäre weibliche Geschlechtsorgan zweifelsfreier identifizieren zu können. […] Exzessives Gestöhne dürfte bei den ersten Erfahrungen hingegen nicht unbedingt zum Standard gehören.“

 

„In Pornos wird VIEL ZU WENIG geküsst, durch Haare gewuschelt, an Ohrläppchen geknabbert, gelacht, geflüstert, aneinander gerochen, langsam mit der Zunge der Körper des anderen erforscht, mit Fingerspitzen die Haut des anderen gestreichelt und gestaunt über das Wunder jemanden gefunden zu haben, den man richtig gern mag und der dies erwidern kann. Guter Sex findet seinen eigenen Rhythmus und lässt sich nicht in irgendein Schema pressen. Bewahre Dir lieber Deine Neugier.“



Aus diesen Antworten geht hervor, dass durchaus bekannt ist, dass Pornografie und wirkliches Leben eher nichts miteinander zu tun haben. Besonders fehlende Zärtlichkeiten und eine zu choreografierte Abfolge von - teilweise abstrusen - Stellungen werden angesprochen. Nicht zu vergessen ist auch, dass ein Großteil der pornografischen Angebote Frauen als willige und stets zum Akt bereite Sex-Partnerinnen darstellt (siehe auch „Nymphomanie-Mythos“ in dem ersten Artikel der Serie). Unübersehbar sind in den meisten Fällen auch eher unnatürliche Körper und besonders überproportionale Brüste der Darstellerinnen oder überdimensionale Geschlechtsteile der Männer. Solches Verhalten und auch Aussehen entsprechen nicht der Realität und sollten auch nicht als Ideal für die eigene Beziehung angenommen werden. Nichts desto trotz wird sich dieser Mythos wohl niemals aus der Pornografie-Industrie entfernen lassen, denn genau diese Vorstellungen sind es, die von den meisten Nutzern zur Selbstbefriedigung gesucht werden.

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