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Der Halo-Effekt - ein Urteilsfehler?

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Im Alltag beurteilen wir Personen oft anhand eines einzigen Merkmals und schreiben ihnen dann unbewusst und fälschlicherweise weitere Eigenschaften zu, ohne konkrete Hinweise dafür zu haben: Wir erliegen dem Halo-Effekt. Sich dieses Verhalten immer wieder ins Bewusstsein zu rufen kann negative Bewertungen verhindern. Ein lockeres und freundliches Auftreten sind mit weiteren positiven Assoziationen belegt. Impulsdialog kann Ihnen helfen Ihre sozialen Kompetenzen auszubauen und führt Sie so zu mehr Erfolg im Job und im Alltag.

Auf einen Blick:

1. Seite: Überblick  und Beispiele zum Halo-Effekt

2. Seite: Dem Halo-Effekt entgegenwirken

 

Seite 1 - Überblick und Beispiele zum Halo-Effekt

Der Halo-Effekt bezeichnet einen systematischen Fehler bei der Beurteilung von Personen. Im Englischen bedeutet "Halo" Heiligenschein - und um eine solche Überstrahlung geht es bei dem Effekt: Ein bestimmtes Merkmal einer Person überstrahlt alle anderen Merkmale und wirkt dabei so dominant, dass diese bei der Beurteilung dieser Person fälschlicherweise stark in den Hintergrund rücken oder gar nicht mehr berücksichtigt werden. Von einem Merkmal ausgehend wird also ohne konkrete Hinweise auf weitere Eigenschaften der Person geschlossen.


Anhaltspunkte für den Halo-Effekt sind vor allem markante Merkmale wie:

  • - physische Attraktivität
  • - außergewöhnliche Leistungen
  • - Behinderungen


Der Effekt der physischen Attraktivität ist besonders häufig belegt worden. Personen, die gut aussehen, werden demzufolge meist auch als intelligent, gesellig oder dominant beurteilt. Bei einer solchen positiven Überstrahlung spricht man auch vom Heiligenschein-Effekt, bei negativer Überstrahlung vom Teufelshörner-Effekt.


Weitere Beispiele für diese Effekte sind:

- Schmutzige Kleidung oder eine zerrissene Hose bei einem Vorstellungsgespräch hinterlassen bei dem Firmenchef den Eindruck, der potentielle Mitarbeiter sei auch in anderen Bereichen wie der Arbeit nicht sehr aufmerksam oder sogar nachlässig.
- Gepflegte Kleidung sowie eine heitere und gelassene Art lassen den Bankangestellten bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit nicht so sehr auf die Formalitäten achten wie bei einem ungepflegten und mürrischen Kunden.
- Von einer Kellnerin mit einer weißen Schürze lässt der Einzelne sich lieber bedienen und gibt ihr womöglich mehr Trinkgeld als einem Ober, der Kaffeeflecken auf seiner Weste hat.
- Bei gleicher Eignung wird womöglich der attraktivere Bewerber eingestellt, da physische Attraktivität oft mit Intelligenz assoziiert wird.

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Ein Kommentar

Als ich mir bewusst geworden bin, dass unsere Bewertungen im Alltag oft auf vorangehenden Eindrücken beruhen und wir sehr leicht in automatische Muster verfallen können, musste ich mich wirklich fragen, wie vielen Personen ich zu unrecht einen falschen Stempel aufgedrückt habe und mich gar nicht näher mit Ihnen befassen wollte. Oft genug macht man ja die Erfahrung, dass sich ein zweiter Blick auf eine Person lohnt und daraus auch gute Freundschaften entstehen können. Ein guter Artikel zu dem Thema, der mir einen Anstoß gegeben hat öfter auf meine automatischen Denkmuster im Alltag zu achten.
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Alexandra B.

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