Persönlichkeit entwickeln

Traumatransmission - Kann man ein Trauma vererben?

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Nach einem Trauma haben Menschen oft ein Leben lang mit ihren Erfahrungen zu kämpfen. Aber nicht nur sie selbst leiden darunter. Viele Kinder traumatisierter Eltern zeigen Symptome, die denen ihrer Eltern ähneln. Wird das Trauma von den Eltern auf das Kind übertragen? Impulsdialog kann Ihnen helfen sensibler gegenüber sich selbst und den Menschen in Ihrem Umfeld zu werden. Schauen Sie doch auch einmal bei unseren E-Learnings vorbei und überzeugen Sie sich selbst.

Auf einen Blick:

1. Seite: Einführung und Gene

2. Seite: Reaktionen des Gehirns auf Trauma - Amygdala

3. Seite: Erinnerung und Trauma - Hippocampus

4. Seite: Traumatransmission

5. Seite: Negative Emotionen

6. Seite: Zusammenfassung

Seite 1 - Einführung und Gene

Menschen, die stark belastenden Ereignissen ausgesetzt wurden, sind nicht selten traumatisiert und zeigen körperliche und psychische Leiden. In der Regel klingen diese mit der Zeit ab. Manchmal bleiben die Symptome aber über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen, dann spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Traumata können dabei kurzfristige einmalige Ereignisse sein; wie zum Beispiel ein Überfall oder eine Vergewaltigung. Es kommt aber auch vor, dass bei langfristigen Perioden von chronischem Stress Traumata ausgelöst werden können, wie es bei einem Kriegseinsatz vorkommt oder bei einer Flucht.

Eine posttraumatische Belastungsstörung geht einher mit einer Reihe von schwerwiegenden Symptomen. Sie durchleben ihre Traumasituation in Alpträumen oder Flashbacks unwillkürlich wieder. Folglich ziehen sie sich zurück, entwickeln ein Gefühl der emotionalen Taubheit und sind nervös, reizbar sowie schreckhaft. Dazu kommen oft noch Schlaf-und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Erinnerungen an das Trauma sind in der Regel bruchstückhaft gespeichert. Es ist auch möglich, dass sich als Folge des Traumas eine Depression, Alkoholabhängigkeit oder eine Angststörung entwickelt. Wie gewohnt ins soziale Leben zurückzukehren, ist für Betroffene deshalb schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

Es ist also anzunehmen, dass nicht nur die betroffenen Personen selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld von der Störung beeinflusst wird. In erster Linie ist das natürlich die eigene Familie, mit der die engsten und intensivsten sozialen Kontakte bestehen. Innerhalb der Familie betrifft das besonders Kinder, denn diese befinden sich noch in ihrer Entwicklung und sind zudem von ihren Eltern abhängig. Tatsächlich zeigen Kinder aus Familien mit einem traumatisierten Elternteil vermehrt Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Probleme. Aus diesen Annahmen stellt sich folgende Frage: Ist es möglich ein Trauma von den Eltern an das Kind zu vererben?

 

Genetische Grundlagen einer PTBS

In einer traumatischen Situation erlebt man einen intensiven Stresszustand, einhergehend mit körperlicher Erregung und intensiven Angstzuständen. Emotionale Ereignisse werden besser und intensiver erinnert als neutrale. Dementsprechend ist es normal, wenn die traumatische Situation besonders genau und intensiv erinnert wird. Man kennt es vielleicht, dass man bei der Erinnerung an eine emotionale Situation sich oft noch an Details erinnern kann, die einem sonst nie im Gedächtnis geblieben wären. Mit der Zeit wird diese Erinnerung bei gesunden Menschen aber weniger präsent und angsteinflößend. Bei Menschen, die aus dem Trauma heraus eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, geschieht dies aber nicht. Die Erinnerung bleibt stark und präsent, das Trauma wird oft wieder erinnert und in Gedanken erneut durchlebt. Dieses ungewollte gedankliche Wiedererleben der Situation nennt man auch Flashback. Dafür sind bestimmte Prozesse im Hirn verantwortlich.

 

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