Persönlichkeit entwickeln

Therapie der histrionischen Persönlichkeitsstörung - Beziehungsaspekte und therapeutische Möglichkeiten

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1. Seite: Überblick histrionische Persönlichkeitsstörung

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Seite 2 - Behandlung

Ausschlaggebend für eine Therapie der histrionischen Persönlichkeitsstörung oder derer Behandlung ist nicht selten eine kombinierte bzw. komorbide Störung, wie eine Depression, eine Angststörung oder eine andere Persönlichkeitsstörung. Häufig werden zu Beginn auf Grund von selbstverletzendem Verhalten oder von suizidalen Handlungen Borderline-Persönlichkeitsstöungen diagnostiziert. Im Gegensatz zu dieser werden die Verhaltensweisen aber gezeigt um Aufmerksamkeit zu erhalten, nicht um sich tatsächlich Schmerzen zuzufügen. Die Verhaltensweisen von Histrionikern sind zudem eher kurzweilig und sprunghaft. Die therapeutische Beziehung wird zudem durch Schmeicheleien und Geschenke des Betroffenen auf die Probe gestellt. Möglich sind auch übertrieben dramatische Beschreibungen der seelischen oder körperlichen Schmerzen. Ausgedachte Geschichten und Lügen kommen im Leben eines Histrionikers ebenfalls nicht selten vor. Ein wichtiger Faktor, der vom Therapeuten beachtet werden muss, ist die Bindungsnähe: histrionischer Personen neigen dazu, sehr schnell für sie intensive Beziehungen aufzubauen, haben andererseits aber große Angst vor Trennung und Verlust.

Verschiedene Schulen der Psychologie verweisen auf unterschiedliche Ursprünge der Störung:

  • Die Psychoanalyse geht davon aus, dass die histrionischer Persönlichkeitsstörung auf einer einseitigen Fixierung des gegengeschlechtlichen Elternteils beruht. Mit diesem Elternteil werden entsprechend dem von Sigmund Freud beschriebenen Ödipuskomplex Fantasien der sexuellen Verführung in Zusammenhang gebracht.
  • Im kognitiven Modell geht man davon aus, dass Histrioniker unfähig sind, ihr Leben zu bewältigen. Sie begegnen dieser Unfähigkeit aber mit einem starken Willen dagegen anzukämpfen. Häufig funktioniert das unter dem Aufwand, dass andere sich deswegen um die betroffene Person kümmern müssen - sie sollen und wollen bemerkt und gemocht werden. Fehlt die Aufmerksamkeit, kann es zu Überreaktionen oder Niedergeschlagenheit kommen.
  • Aus der verhaltenstherapeutischen Sicht entsteht eine Histrionische Persönlichkeitsstörung aus fehlender oder frustrierender Liebe und Beachtung der Eltern. Das Kind wurde dazu genötigt sich die Liebe und Anerkennung der Eltern zu erkämpfen und sich selbst zu besorgen, was es benötigte. Dadurch kam es nicht selten zu noch weniger Beachtung und Fürsorge der Eltern. Die Furcht vor dem Verlust von Liebe und das verletzte Vertrauen entwickelten sich zu einer späteren Angst vor Hingabe, der nur durch aktive Suche nach Aufmerksamkeit begegnet werden konnte. In diese steigern sich Betroffene im Erwachsenenalter immer mehr hinein, indem sie noch unechter, noch künstlicher wirken wollen, denn nur so, sind sie der Meinung, können sie Aufmerksamkeit bekommen.
  • Eine weitere Annahme geht davon aus, dass sich die histrionische Persönlichkeitsstörung aus der Furcht davor entwickelt, ignoriert zu werden. Dazu gesellt sich der Wunsch nach Liebe und Geborgenheit einer anderen Person. Das Zusammenspiel von Freundlichkeit auf der einen Seite und Zwang des Geliebtwerdens auf der anderen Seite führen zu verführerischem und manipulativem Verhalten, welches andere dazu nötigt Zuneigung und Verständnis für den Betroffenen zu empfinden oder zumindest zu beteuern.

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