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Somatoforme Störungen - der Kampf mit den nicht vorhandenen Schmerzen

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Symptomatik und klinische Subtypen der somatoformen Störung

Entscheidend für eine somatoforme Störung ist das Vorliegen körperlicher Symptome, die nicht willentlich beeinflusst werden können und somit als körperliche Erkrankung beschrieben werden. Diesen Beschwerden liegt allerdings keine organische Ursache zugrunde. Eine Ursache können allerdings sehr wohl seelische Probleme darstellen. Grund für die starke Anteilnahme und das Leiden des Patienten müssen diese seelischen Probleme sein, es dürfen keine körperlichen Symptome diese innere Anteilnahme auslösen.

Nach der Einteilung der WHO bestehen fünf näher beschriebene Subtypen der somatoformen Störung:


Somatisierungsstörung:

Hierbei handelt es sich um eine Störung, die mindestens zwei Jahre vorhanden sein muss und mit multiplen, häufig wechselnden und unterschiedlichen körperlichen Symptomen einhergeht, für die es keinen pathologisch organischen Befund gibt. Der Patient weigert sich in vielen Fällen hartnäckig, die Aussage der Ärzte anzunehmen, dass es keine organischen Ursachen für die Beschwerden gibt. Es können alle möglichen Körperteile oder Organe betroffen sein. Am häufigsten ist das gastrointestinale System betroffen, Patienten leiden beispielsweise unter Erbrechen oder Übelkeit. Aber auch Hautausschlag oder Juckreiz und Taubheitsgefühl der Haut, sowie diverse sexuelle oder menstruelle Beschwerden können Symptome sein. Es handelt sich hierbei um eine chronische Störung, die oftmals nur schubweise auftritt. Die Patienten, die häufiger Frauen als Männer sind, haben meist Defizite im sozialen Verhalten.


Undifferenzierte Somatisierungsstörung:

Es liegen hierbei ähnliche Symptome vor, wie bei der Somatisierungsstörung, allerdings nicht im vollem Umfang. Beispielsweise muss keine dramatische Schilderung der Beschwerden vorliegen oder die soziale Einschränkung muss nicht gegeben sein. Es dürfen aber in keinem Fall organische Ursachen für das Leiden vorliegen.

Hypochondrische Störung:

Die Patienten sind bei einer hypochondrischen Störung stark davon überzeugt, Symptome für eine ernsthafte Krankheit oder Missbildung zu haben. Die Symptome müssen mindestens sechs Monate vorhanden sein, und betreffen oft nur ein oder zwei Organe. Die Patienten wissen in vielen Fällen schon vorher was für eine Krankheit oder Missbildung sie haben und sprechen den Arzt konkret darauf an. Sie beharren auf dieser Feststellung und fordern nach immer neuen Untersuchungen, auch wenn vorherige keinen Befund ergeben haben. Dass keine körperliche Krankheit vorhanden ist, wird von den Patienten nicht akzeptiert. Dabei wird die fachliche Meinung des Arztes missachtet.


Somatoforme autonome Funktionsstörung:

Die somatoforme autonome Funktionsstörung geht mit Symptomen einher, die das vegetative System betreffen. Hierzu gehören das Herz-Kreislaufsystem, das obere und untere Verdauungssystem, das Atmungssystem oder das Urogenitalsystem. Die Patienten beschäftigen sich sehr stark mit der Möglichkeit einer schweren Krankheit, die sie allerdings nicht genau beschreiben können. Dies geht mit vegetativen Symptomen wie Herzklopfen, Schwitzen, Erröten oder Zittern einher. Auch bei dieser Störung beharren die Patienten auf ihrer eigenen und nicht der ärztlichen Diagnose, dass keine körperliche Beeinträchtigung vorhanden ist.


Anhaltende somatoforme Schmerzstörung:

Es muss ein starker und belastender Schmerz über einen längeren Zeitraum vorhanden sein. Hierbei dürfen keine physiologisch oder körperlich erklärbaren Krankheiten vorliegen. Wie schon in der Entstehungsgeschichte angesprochen, gibt es immer einen oder mehrere bestimmte Auslöser psychischer Natur. Diese/r Auslöser sollte als schwer genug eingestuft werden, um die Schmerzen zu verursachen. Die Schmerzen können in einer Körperregion auftreten oder auch in mehreren gleichzeitig. Am häufigsten treten Beschwerden der Gliedmaßen auf, beispielsweise in Form von Knieschmerzen oder dem Karpaltunnelsyndrom. Ebenso oft klagen Patienten über Rücken-, Kopf-, Zahn- und Unterleibsschmerzen.

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