Persönlichkeit entwickeln

Religiosität – Ich glaube, also bin ich (gesund)

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Zusammenhänge zwischen Psychologie und Religiösität

Am häufigsten untersucht wurde der Zusammenhang von Religiosität und psychischen Konstrukten bzw. psychologisch interessanten Fragestellungen. Viele Studien fanden im nordamerikanischen Raum statt und beschäftigen sich daher naturgemäß vor allem mit christlichen Personengruppen.


Wohlbefinden

Doane (2013) untersuchte in einer Studie, wie die Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs (als Maß dafür wie religiös eine Person ist) mit dem subjektiven Wohlbefinden zusammenhängt. Er fand, dass das subjektive Wohlbefinden (gemessen durch die allgemeine Lebenszufriedenheit) umso höher ist, je häufiger eine Person in die Kirche geht – dies bestätigt darüber hinaus frühere Befunde. Er fand außerdem heraus, dass der Zusammenhang zwischen Kirchbesuch und Lebenszufriedenheit wohl durch die wahrgenommene soziale Unterstützung erklärt wird. Das meint, dass eine Person, die häufiger in die Kirche geht, sich als stärker sozial unterstützt empfindet, was schließlich in einer höheren Lebenszufriedenheit mündet.

 

Partnerschaften

In Bezug auf Partnerschaften sind unter anderem Faktoren wie Beziehungsqualität, sexuelle Erfüllung und Scheidungen von Interesse.

In Bezug auf die Scheidungswahrscheinlichkeit fanden Village, Williams und Francis (2010) heraus, dass Christen, die regelmäßig den Gottesdienst besuchten, eine um den Faktor 1,5 verringerte Wahrscheinlichkeit aufwiesen, den Zusammenbruch der Ehe zu erleben, im Vergleich zu Christen, die den Gottesdienst nicht besuchten und Konfessionslosen. Die letzten beiden Gruppen unterscheiden sich diesbezüglich nicht. Allerdings fand sich bereits ein bedeutsamer Unterschied in der Ehestabilität zwischen Nichtkirchgängern und Christen, die zumindest unregelmäßig den Gottesdienst besuchten. Dies deutet darauf hin, dass hier nicht die konkrete Häufigkeit des Kirchgangs entscheidend ist, sondern lediglich ob eine Person religiös genug ist, um in die Kirche gehen zu wollen. Zu bedenken ist allerdings, dass in einer Ehe, in welcher beide Partner religiös sind, das Ewigkeitsversprechen der Ehe eine tiefgehende Bedutung hat, sodass unter diesen Umständen die Scheidung als letzter Ausweg gesehen wird.

Interessant sind auch die Befunde von Das und Nairn (2014), welche gleich mehrere Variablen untersucht haben. Ihre Daten ergaben, dass evangelikale Frauen – wenngleich in ihren Partnerschaften ungleiche Geschlechterrollen wahrscheinlicher sein mögen – eine höhere Beziehungsqualität aufwiesen. Die Autoren vermuten, dass es etwas mit der jüngeren gesellschaftlichen Entwicklung in diesen Kreisen zu tun haben könnte, durch welche die Männerrolle sich in eine zwar autoritative, aber dennoch unterstützende Rolle eines "soften Patriarchen" gewandelt habe. Ebenso wiesen diese Frauen im Vergleich zu Gläubigen anderer Religionen, besonders wenn sie eine hohe eigene Religiosität und Unterstützung durch den Partner berichteten, durchweg bessere sexuelle Outcomes auf.
Bezüglich der evangelikalen Männer stellten die Autoren auch vergleichsweise erhöhte Ehezufriedenheit fest, wenngleich sich hinsichtlich sexueller Erfüllung ein weniger eindeutiges Muster abzeichnete, was für Geschlechtseffekte spricht.

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