Persönlichkeit entwickeln

PTBS - Die späte Reaktion auf eine Belastung

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Heilungschancen und Therapie

Wie bereits im Kapitel der Ursachen beschreiben, sind einige Menschen weniger verletzlich im Bezug auf Traumata. Sie können besser mit Stress umgehen, sie arbeiten aktiv an der Störung und nehmen bereitwillig Hilfe in Anspruch und sehen das Trauma eher als positiv (sie sind der Überlebende). Diese Menschen haben dementsprechend auch bessere Heilungschancen als andere. Eine erfolgreiche Behandlung kann nur dann beginnen, wenn sich der Betroffene nicht mehr in der traumatisierenden Situation befindet. Beispielsweise kann man nicht während eines Amoklaufs schon mit der Behandlung beginnen. Die Behandlung sollte zu Beginn entweder teil- oder vollstationär erfolgen um auch Begleitstörungen (z.B. Alkoholmissbrauch) effektiv zu behandeln.

Ist der Patient stabil, kann in eine ambulante Psychotherapie übergegangen werden. Die Möglichkeiten der Therapie sind sehr vielfältig. Einige Therapeuten beginnen mit einer einfachen Unterstützung des Umgangs mit Flashbacks und Erinnerungen. Das traumatische Ereignis per se wird erst einmal nicht betrachtet. Ist der Patient stabil, kann mit der konkreten Traumaarbeit begonnen werden. Die meisten eingesetzten Verfahren sind aus verschiedenen therapeutischen Richtungen zusammengesetzt.

  • • Kognitive Verhaltenstherapie - Konfrontationstherapie: In dem geschützten Rahmen der Psychotherapie hat der Patient die Möglichkeit sich an das Wiedererinnern des Traumas zu trauen.
  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing: Diese Form der Behandlung ist speziell für die Traumaarbeit entwickelt worden. Auch hier wird der Betroffene im Gespräch zum Trauma geführt. Durch die schnelle Änderung der Blickrichtung werden beide Gehirnhälften aktiviert und die Integration des Traumas soll erreicht werden.
  • Psychodynamische Verfahren: Auch hier geht es um eine sachte und schleichende Integration des Traumaerlebnis
  • Psychoedukation: Beschreibung der Inhalte einer PTBS für den Betroffenen
  • Narrative Expositionstherapie: autobiographische Verarbeitung der traumatischen Lebensereignisse

 

PTBS bei Soldaten

Von PTBS wird immer häufiger im Zusammenhang mit Kriegen berichtet. Besonders schwere Formen traten erstmals nach dem Vietnamkrieg auf. Aber auch schon nach dem Ersten Weltkrieg wurden PTBS-Patienten als Kriegszitterer bezeichnet. Im Moment umschreibt die PTBS vor allem ein Problem, dass mit Rückkehrern aus dem Irak- und Afghanistaneinsatz assoziiert wird. Allerdings haben verschiedene Studien gezeigt, dass die Prävalenz bei Soldaten nicht viel höher ist als in der Normalbevölkerung. Man lenkt nur immer wieder den öffentlichen Blick auf Soldaten als Referenzgruppe, da sie diejenigen sind, die eine der höchsten Wahrscheinlichkeiten haben, einem Trauma ausgesetzt zu sein. Eine Unterdrückung des Erlebten im Einsatz kann dazu führen, dass die Erlebnisse nicht von den Soldaten verarbeitet werden - häufig kommt es daher erst nach der Rückkehr zu vermehrten Symptomen.

Autor: Sylvia Kraus (Impulsdialog)

Quellen:
Dilling, H., Mombour, W. H. & Schmidt, M. H. (Hrsg.). (2010). Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10 Kapitel V(F)): Klinisch-diagnostische Leitlinien (7. überarb. Auflage). Bern: Huber Verlag.

Möller, H.-J., Laux, G., & Deister, A. (2009). Psychiatrie und Psychotherapie (4. vollst. überarb. u. erw. Aufl.). Duale Reihe. Stuttgart: Thieme.

http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs/was-ist-eine-posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs/

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