Persönlichkeit entwickeln

Pro-soziales Verhalten: Warum wir anderen Menschen helfen

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Hilfeverhalten ist ein sehr komplexes sozialpsychologisches Phänomen, das von vielen Faktoren bedingt wird. Zahlreiche Beispiele belegen einerseits, dass die Hilfsbereitschaft in vielen Bereichen hoch sein kann, wohingegen sie in anderen Bereichen erschreckend gering ist. Was genau Hilfeverhalten ist und von welchen Faktoren es abhängt, werden wir im folgenden Artikel erläutern. Wann helfen Sie? Wie kann man einen Hilfe-Wunsch äußern? Nutzen Sie auch die Selbsttests und E-Learning Programme von Impulsdialog.

Auf einen Blick:

1. Seite: Anderen Helfen

2. Seite: Wer hilft wem?

3. Seite: Eine Frage der Situation

Seite 1 - Anderen Helfen

Was ist Hilfeverhalten?


Unter Hilfeverhalten verstehen wir jegliche Art von Verhalten, das dazu beiträgt, den Zustand einer anderen Person oder einer Gruppe zu verbessern. Bezogen auf das Wort „Hilfe,“ betrifft dies vor allem den beruflichen Kontext. Wenn ein Arzt einer verunglückten Person im Rahmen seines Berufes hilft, so sprechen wir von Hilfeverhalten. Findet Hilfe allerdings außerhalb eines beruflichen Kontextes statt, so sprechen wir von prosozialem Verhalten. Es ist eine sozial hoch geschätzte Art des Verhaltens, mit dem die Situation einer anderen Person oder Gruppe verbessert wird. Prosoziales Verhalten charakterisiert sich dadurch, dass es nicht komplett selbstlos ist. Wenn wir einem Freund bei seinem Umzug helfen, so ist es wahrscheinlich, dass auch er uns bei unserem nächsten Umzug helfen wird. 


Eine weitere Art des Hilfeverhaltes ist der Altruismus. Es ist ein Verhalten, das nur darauf abzielt, die Situation der Mitmenschen zu verbessern. Altruistisches Handeln erfordert keine Gegenleistung und wird auch dann durchgeführt, wenn keine Belohnung erwartet werden kann. Im Vordergrund stehen also die Bedürfnisse eines anderen und nicht die eigenen. Kritiker, die nicht an wahren Altruismus glauben, sind allerdings der Meinung, dass allein das positive Gefühl, das bei der Ausführung einer helfenden Handlung entsteht, schon als Belohnung gewertet werden kann. Damit würde auch altruistisches Verhalten in die Kategorie des prosozialen Verhaltens fallen.

Der soziale Ausgleich

Eine bedeutsame Theorie ist die Theorie des „sozialen Ausgleichs“. Wie schon oben erwähnt, helfen wir eher, wenn wir erwarten können, dass uns in späteren Situationen, im Ausgleich dafür, geholfen wird. So helfen wir Freunden oder Personen, mit denen wir viel Kontakt haben, mehr als entfernten Personen, da wir von jenen eher erwarten können, dass sie uns später auch helfen werden. Es sind also unsere Erwartungen an die eigenen Vorteile, die dazu beitragen, dass wir helfen. Diese eigenen Vorteile können das zukünftige Hilfeverhalten anderer Personen sich selbst gegenüber betreffen, allerdings können sie sich auch auf die Verbesserung der eigenen Stimmung beziehen. Das heißt, wir helfen einer anderen Person, weil wir uns selber danach besser fühlen und unser Selbstwert steigt. Doch kann Hilfeverhalten auch als Kompensation genutzt werden. Fühlen wir uns schlecht, kann helfendes Verhalten diese negative Stimmung reduzieren.

 

Sozial geteilte Meinungen

Auch sozial geteilte Meinungen über das Helfen beeinflusse ob und warum wir helfen. So ist es allgemein gut angesehen hilfsbedürftigen Personen zu helfen und gerade dann, wenn uns diese Meinung sehr präsent ist und wir sie immer wieder gehört haben, zum Beispiel im Elternhaus oder in der Gesellschaft, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir helfen. Eine weitere Meinung ist die so genannte „Reziprozitätsnorm“, die aussagt, dass wir anderen Personen helfen sollten, die uns auch geholfen haben.

 

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