Persönlichkeit entwickeln

Persönlichkeitsstörung 1: Welche Ursachen und Auswirkungen haben sie auf unser Erleben?

5543 Leser / 0 Kommentare
Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)

Das Wort Persönlichkeit bezeichnet die Einzigartigkeit der Kombination von (psychischen) Eigenschaften, Verhaltensmustern und Erlebensweisen eines Menschen. Im Rahmen der Entwicklung in Kindheit und Jugendzeit werden diese Facetten der Person maßgeblich durch Erziehung, Erfahrungen oder Prägungen mitbestimmt. Dabei kann es natürlich günstige und ungünstige Faktoren geben, die auf die Persönlichkeit wirken und somit bestimmte Persönlichkeitszüge (bzw. -stile) verstärken oder abmildern. Nutzen Sie Impulsdialog, um sich über Persönlichkeitsstörungen zu informieren, erfahren Sie mehr über Ihre Persönlichkeit und nutzen Sie unsere E-Learning zur Steigerung Ihrer Lebensfreude.

Was dabei Persönlichkeitsstörungen genau sind, ist nicht ganz so leicht zu definieren. Die Grenze von „normal“ zu „übersteigert“ und „störungsbehaftet“ sind fließend. Denn wo hören „charakterliche Eigenheiten" auf und wo fangen „Persönlichkeitsstörungen" an? Hierdurch wird bereits klar, dass es in diesem Bereich keine klaren Grenzen gibt, sondern eine Gewichtung vorgenommen werden muss, wenn es um die Frage geht, ob die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen gestellt werden muss.

Wichtig dabei sind grundsätzlich die Fragen:

  • Gibt es einen Leidensdruck für mich als Person oder leidet mein Umfeld darunter?
  • Sind meine Verhaltens- und Erlebensweisen schädlich, beeinträchtigend oder gar verletzend für mich oder mein soziales Umfeld?
  • Führt mein Lebensstil dazu, dass meine Verhältnisse zu meiner eigenen Person oder zu anderen Menschen leiden?


Persönlichkeitsstörungen sind also gekennzeichnet durch tiefgreifende Störungen der persönlichen „Grundstruktur“ der Person. Das beinhaltet dabei die eigene Wahrnehmung, das Denken, das Fühlen und die Beziehungen zu anderen Mitmenschen.

Sie beeinträchtigen erheblich die Lebens- und Beziehungsgestaltung für den Betroffenen, wodurch dieser selbst und/oder seine Umgebung leidet. Es gibt nicht nur eine Form von Persönlichkeitsstörung, sondern es werden verschiedene Persönlichkeitsstörungen unterschieden. Diesen verschiedenen Formen widmen wir uns in späteren Kapiteln.

Durch die Störung oder Beeinträchtigung der „Grundstruktur", also dem „Fundament" der Persönlichkeit beim Betroffenen, treten häufig weitere Erkrankungen oder Störungen mit auf, die auf diesem „Nährboden" sich wahrscheinlicher ausprägen als bei einer „gesunden Grundstruktur“. So treten Erkrankungen, wie Depressionen, Essstörungen, Angststörungen etc., mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auf. Das bedeutet, Betroffene können dann sowohl unter einer Persönlichkeitsstörung als auch gleichzeitig z. B. unter einer Depression leiden. Dies nennt man „Komorbidität" ( = „Begleiterkrankung“).

Persönlichkeitsstörungen zeigen sich im spezifischen Verhalten und Erleben. Es gibt anhaltende und kaum veränderliche Verhaltens- und Erlebensmuster, die starre Reaktionen auf unterschiedliche Lebenslagen bewirken. Personen mit einer Persönlichkeitsstörung unterscheiden sich von der Mehrheit der Bevölkerung durch eine deutliche Abweichung im Bereich Wahrnehmung, Denken, Fühlen und in Beziehungen zu anderen. Persönlichkeitsstörungen werden auch als Beziehungsstörung betitelt. Die Probleme zeigen sich vor allem im sozialen Bereich und im Umgang mit anderen Menschen. Die persönliche und vor allem soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit sind oft gestört. Eine Persönlichkeitsstörung liegt nur vor, wenn ausreichend viele dieser Merkmale zutreffen und die Störung dauerhaft besteht. Der Beginn dieser Erkrankung liegt bereits im Kindesalter oder in der Pubertät und dauert bis ins Erwachsenenalter an.

Über die Ursachen und die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen herrscht derzeit keine einheitliche Vorstellung. Als sehr wichtige Einflüsse dienen aber die frühen Beziehungserfahrungen der Person mit Eltern oder anderen Bezugspersonen. Gerade durch das elterliche Verhalten und Erleben wird bewusst und unbewusst die Persönlichkeit des Kindes geprägt. Des Weiteren spielen andere frühe Erfahrungen im Bereich von Trauma, Kränkungen oder Verletzungen ebenfalls einen große Rolle. Es herrscht in den verschiedenen Richtungen der Psychologie (u.a. Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Systemische Psychologie,...) ebenfalls kein konkreter Konsens darüber, was als Persönlichkeitseigenschaft zu klassifizieren ist und ab wann die Kriterien einer Störung erfüllt sind. Sowohl der Begriff "Persönlichkeit" als auch deren Störungen werden als Ergebnis komplizierter Wechselwirkungen aus Umwelt- und Anlagefaktoren angesehen.

Weiterführende Links:

Persönlichkeitsstörung Teil 1: Welche Ursachen und Auswirkungen haben sie auf unser Erleben?
Persönlichkeitsstörung Teil 2: Paranoide Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsstörung Teil 3: Schizoide Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsstörung Teil 4: Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsstörung Teil 5: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (mit Borderline-Störung)
Persönlichkeitsstörung Teil 6: Histrionische Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsstörung Teil 7: Anankastische (auch zwanghafte) Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsstörung Teil 8: Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitsstörung Teil 9: Asthenische Persönlichkeitsstörung (oder auch abhängige Persönlichkeit genannt)
Persönlichkeitsstörung Teil 10: Sonstige Persönlichkeitsstörungen wie z.B. die narzisstische Persönlichkeitsstörung

PDF Download

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Bewertung des Artikels:
Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)Stern (leer)