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Persönliche Ticks - Harmlose Neurose oder doch Zwangsstörung?

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" ... egal ob ich eine Zwiebel oder eine Gurke schneide, ich muss immer mitzählen, unmöglich. Eine Gurke hat 120 feine Scheiben!" Kennen Sie das auch: Sie kontrollieren immer mehrfach, ob der Herd aus ist? Oder treten Sie beim Überqueren der Straße nicht auf die Rillen zwischen den Platten? Zu jedem Menschen gehören –manchmal auch bizarre- Ticks, aber diese sind keinesfalls gleichzusetzen mit dem Krankheitsbild einer Zwangsstörung.

Was ist das überhaupt, eine Zwangsstörung?

Merkmale einer Zwangsstörung sind die extreme Steigerung von Handlungen und/oder Gedanken, die viele Lebensbereiche betreffen. Sie kosten den Betroffenen enorm viel Zeit im Alltag und sind mit großem Leidensdruck und oft auch körperlichen Beschwerden verbunden. Eine Zwangsstörung (auch Zwangsneurose genannt) besteht, wenn die jeweiligen Handlungsmuster mindestens zwei Wochen an den meisten Tagen den Alltag der Betroffenen stark behindern und stören, da sie in Intensität und Zeitaufwand stark von der Norm abweichen.

Der Zwang dominiert das Verhalten gegen den Willen des Betroffenen. Dieser ist sich der Sinnlosigkeiten seiner Handlungen durchaus bewusst, aber kann sich nicht wehren. Am Anfang der Zwangsstörung kommt es zu ständig wiederkehrenden Episoden verstärkter Symptomatik – immer gefolgt von einem Abfall der Häufigkeit. Es gibt bei einigen Patienten sogar Phasen, in welchen die Störung sich gar nicht mehr bemerkbar macht. Es existieren verschiedene Arten von Zwangsstörungen, dabei spielen zum einen Teil die Zwangshandlungen eine große Rolle und zum anderen die Zwangsgedanken. Zwangshandlungen wären z.B.:

  • • Wasch- und Putzzwang
  • Manche Waschzwängler reinigen täglich bis zu 10 Stunden lang ihre Hände, Kleider und Haare und auch die Familie oder Freunde müssen sich permanent desinfizieren.
  • • Zwanghaftes Kontrollieren und Überprüfen
  • Eine weitere große Gruppe bilden die zwanghaften Überprüfer. Trotz mehrmaligem Kontrollieren werden sie das Gefühl nicht los, dass durch ihr eigenes Versagen eine kleine Katastrophe entstehen könnte und versuchen immer wieder den Herd oder das Wasserhahn zu checken, wenn sie das Haus verlassen. Dadurch wird das Verlassen des Hauses auch zu einer Qual.

  • • Zwanghaftes An- und Ausschalten des Lichtschalters
  • Ein dunkler Raum ist beispielsweise für einen Patienten mit diesem Zwang noch kein Beweis dafür, dass das Licht nicht brennt. Erst nach dem zigsten An- und Ausschalten kann er davon ausgehen, dass das Licht aus ist.
  • • Sammeln
  • Patienten mit diesem Zwang werden auch als Messies oder Horder bezeichnet. Ihre Wohnungen oder sogar noch angemietete Räume sind kaum noch zu betreten – vom Wohnen ganz abgesehen.
  • • Ständiges Ordnen
  • Die Ordnung der Dinge nimmt für diese Gruppe mit Zwangsstörung einen enormen Raum in ihrem Leben ein. Diese Ordnung wird meist mit sehr strengen Regeln hergestellt und jede Abweichung von dieser Norm wird als großer Unfug empfunden.

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