Selbstbewusstsein stärken

Lassen Sie Ihre Wut los (30 Sekunden Übung)

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 Seite 2 - Auswirkungen

Die Wut bringt zerstörerische Kräfte mit sich: wir wollen uns wehren, hegen teilweise sogar Rachegedanken und haben dabei das Gefühl, die Kontrolle über unsere Handlungsweisen zu verlieren. Äußern können sich die aufkommenden aggressiven Handlungsimpulse dann durch das körperliche oder seelische Verletzen anderer Personen, die nicht unbedingt Ursache des unbändigen Zorns sein müssen. Das sinnlose Zerstören von Gegenständen kann ebenso Teil eines aggressiven Wutanfalls sein. Doch woher kommt die Energie für diese jähzornigen Handlungsweisen?

Sobald wir eine Situation als bedrohlich, verletzend und für unsere Ziele hinderlich interpretieren, wird unser sympathisches Nervensystem aktiviert: der Noradrenalinspiegel im Gehirn steigt, was zu erhöhtem Blutdruck, einer erhöhten Atem-und Pulsfrequenz und Muskelanspannung führt. Wir spüren, wie wir rot werden und die Fäuste ballen, der Kiefer anspannt und wir bereit sind, die Wut herauszuschreien. Die Blutgefäße verengen sich, was sich in der sogenannten Zornesader im Gesicht zeigt, die erscheint, wenn wir vor Wut „kochen“. Der erhöhte Blutdruck führt dazu, dass unser Gehirn von Außenreizen abgeschottet wird und verhindert eine differenzierte Wahrnehmung der äußeren Reize, was zu Kurzschlussreaktionen führen kann. Die Magen- und Darmkontraktionen werden minimiert, wir sind „sauer“. Das Herz-Kreislaufsystem arbeitet auf Hochtouren. Unser ganzer Körper ist auf Verteidigung fokussiert. Wenn wir häufig vor Wut platzen, kann dies zu schwerwiegenden chronischen Erkrankungen führen, wie etwa Bluthochdruck. Auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Herz- sowie Hirninfarkte soll steigen.

Dabei muss sich die Wut nicht unbedingt in direkten Aggressionen äußern. Menschen, die dazu neigen, angestauten Ärger „herunterzuschlucken“, leiden nicht selten an Depressionen und sind genauso wie Menschen, die ihre Wut herausschreien und wild um sich schlagen durch körperliche Risiken, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck gefährdet. Wie soll man also mit der Wut umgehen?

Bevor diese Frage beantwortet wird, ist es wichtig zu bedenken, wann Wut angemessen und wann sie unangebracht ist. Ist man beispielsweise Opfer oder Zeuge von Ungerechtigkeit oder Respektlosigkeit am Arbeitsplatz oder in familiären Situationen, kann die Wut sehr hilfreich sein, denn sie zeigt uns an, dass entschiedenes Handeln erforderlich ist, um eigene Ziele auch weiterhin problemlos verfolgen zu können. Dennoch ist es hierbei natürlich wichtig, Abstand von den eigenen Gefühlen zu gewinnen, um eine kreative Problemlösung zu erarbeiten und nicht in den Tunnelblickmodus zu verfallen, der unbedachte Kurzschlusshandlungen begünstigt. Unangemessen ist die Wut dann, wenn wir aus „einer Mücke einen Elefanten machen“ und zum Beispiel harmlose Äußerungen unserer Mitmenschen als feindselig und verletzend interpretieren oder man die aufgestaute Wut am Arbeitsplatz an der Familie auslässt. Es ist also wichtig, die Kontrolle über die eigenen Ärger- und Wutimpulse zu gewinnen und diese zu steuern. Dabei spielt die Interpretationsweise der äußeren Reize und der Umgang mit diesen eine große Rolle.

 Lassen Sie sich also nicht von der Wut kontrollieren und lernen Sie, selbst Herr Ihrer Wut zu werden! 

 

 

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