Selbstbewusstsein stärken

Dyspareunie - Wenn die schönste Nebensache der Welt Schmerzen bereitet

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Einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss übt weiterhin die partnerschaftliche Situation und Zufriedenheit aus. Problematisch kann zum Beispiel ein ungestümes Vorgehen des Partners bei (noch) niedriger Erregung der Frau oder fehlender Konsens über den sexuellen Akt sowie ungeklärte Konflikte oder ein gestörtes Vertrauensverhältnis sein. Forschungen zum Zusammenhang zwischen Partnerschaftsqualität und sexuellbedingten Schmerzen ist allerdings sehr weit und daher ist davon abzuraten direkte Ursache-Wirkung Beziehungen anzunehmen. Einstellungen zur Sexualität können sich zwischen Menschen erheblich unterscheiden, da diese im Laufe der Entwicklung basierend auf Erfahrungen, Erziehung und Erlebnissen entstehen. Genau diese Erwartungen und Einstellungen, die gegenüber sexuellen Handlungen bei Betroffenen vorherrschen, scheinen im systematischen Zusammenhang mit der Dyspareunie zu stehen. Viele Betroffene sind eher konservativ oder negativ gegenüber Sex eingestellt, das kann bis zu aversiven also ablehnenden Einstellungen gehen. Nicht selten findet man in der Jugend oder Kindheit der Betroffenen sexuelle Gewalterfahrungen oder negative Erlebnisse im Zusammenhang mit sexuellen Handlungen. Auch hier ist aber keine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung anzunehmen.

Behandlung

Der Schritt, anderen Menschen gegenüber offen über Schmerzen während des intimen Aktes des Geschlechtsverkehrs zu sprechen, ist ein großer, der viel Mut erfordert, aber für die Behandlung von zentraler Bedeutung ist. Bei der Wahl der Ärztin ist darauf zu achten, dass Sympathie und Vetrauen zwischen Ärzt*in und Patient*in besteht, da hierdurch die Diagnose und Behandlung der Symptome deutlich erleichtert wird und der Prozess für die Patientin angenehmer ist. Ähnlich der Unterscheidung von Ursachen in körperliche und psychische, können auch die Behandlungsformen voneinander getrennt werden.
Organische Krankheiten, die den Schmerz verursachen sind meist vergleichsweise „einfach“ medikamentös behandelbar. Tabletten oder Cremes verursachen die Heilung der organischen Ursache, sodass als Folge auch die Schmerzen zurückgehen sollten. Eine erfolgreiche Behandlung von Dyspareunien, die zum Teil oder vollständig psychisch bedingt sind, erfordert allerdings eher einen multimodalen Ansatz. Eine körperliche Untersuchung durch den/die Gynäkolog*in sollte zu Beginn durchgeführt werden. Darauf aufbauend, können dann weitere therapeutische Maßnahmen ergriffen werden. Je nach individuellen Faktoren haben sich verschiedene Behandlungsformen als hilfreiche Methoden erwiesen. Beispielsweise kann eine Verhaltenstherapie bei einer/einem Psychotherapeut*in sehr hilfreich für den Abbau von (un)bewussten Sexualängsten sein, da die Patientinnen zunächst über wichtige Zusammenhänge aufgeklärt werden und dann auch körperliche und mentale Techniken erlernt werden, die z.B. am Aspekt der gestörten Schmerzwahrnehmung ansetzen. In vielen Fällen ist der Einbezug des Partners in die Therapie zu empfehlen. Da Sexualität in der Partnerschaft immer beide Parteien betrifft, sollte auch die Überwindung von Problemen gemeinschaftlich gelöst werden. Eine Paartherapie kann entweder im Rahmen gemeinsamer Sitzungen stattfinden, oder als getrennte Sitzungen, jeder Partner alleine mit dem/der Therapeut*in. Eine Psychotherapie zu beginnen, ist sicherlich mit vielen Ängsten und mit Ungewissheit verbunden. Auch hier ist von zentraler Bedeutung, dass die Beziehung zwischen Behandelten und Therapeut*in positiv ist, sodass keine zusätzlichen Ängste oder Hemmungen die Behandlung beeinflussen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine sexuelle Schmerzstörung wie die hier beschriebene Dyspareunie zu den Störungen gehört, über die nur sehr selten offen gesprochen wird. Schafft man aber einmal den Schritt sich Expert*innen mitzuteilen, ist schon ein sehr wichtiger Anfang gemacht. Die Störung ist gut therapierbar und mit der richtigen Zusammensetzung an Behandlungen ist eine Heilung der Problematik durchaus realistisch.

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Autor: Friederike Alexander (Impulsdialog)
Foto: Johannes Wobus


Quellen:

http://www.sexmedpedia.com/artikel/sexuelle-stoerungen-der-frau-teil-3
http://www.springermedizin.at/artikel/13005-dyspareunie-grosser-schmerz-mit-vielen-loesungen

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