Persönlichkeit entwickeln

Dissoziation – das gespaltene Selbst

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Auf einen Blick:

1. Seite: Überblick Dissoziation

2. Seite: Überblick Dissoziation

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4. Seite: Therapie Dissoziation

5. Seite: Zusammenfassung

Seite 2 - Überblick Dissoziation

Selten vertreten, aber sehr bekannt ist die Dissoziative Identitätsstörung (auch bekannt als Multiple Persönlichkeit), die landläufig häufig mit der Schizophrenie verwechselt wird, welche ähnlich schwer nachvollziehbar ist für Nichtbetroffene. Bei der Dissoziativen Identitätsstörung ist die Identität nicht mehr zusammengehalten und es liegen einzelne (teils internalisierte) Persönlichkeitsanteile vor, die zusammengesetzt die eigene Person bilden. So kann eine Dissoziierte Identität aus einer normalen funktionsfähigen Identität, einem Beschützer, einem kleinen Mädchen, einer strengen Mutter usw. bestehen.

Die Vielfalt der Symptome zeigt, dass prinzipiell jede psychologische Funktion desintegriert werden kann, also nicht mehr normal zugänglich ist. Genau diese fehlende Integration, diese fehlende Zugänglichkeit und Kontrollierbarkeit ist das Merkmal, was alle dissoziativen Phänomene verbindet. Ob jeder Mensch fähig ist, in traumatisch wahrgenommenen Situationen mit Dissoziation zu reagieren und welche Faktoren eine dissoziative Störung hervorrufen, ist zum großen Teil noch ungeklärt.

Die Sicht auf Dissoziation als normalen Schutzmechanismus zeigt allerdings, dass Dissoziation selbst nichts Krankhaftes ist. Der Aufmerksamkeitsfokus wird deutlich verengt, um schützend gegenüber einer Gefahr auf die Person zu wirken. Durch diese Verengung sind bestimmte Inhalte nicht mehr abrufbar, d.h. sie sind abgespalten. Annähernd erleben auch manche Menschen im Alltag Dissoziationen, zum Beispiel beim Hineinversinken in Computerspiele oder bei starker Unterzuckerung. In beiden Fällen wird die Umwelt nicht mehr richtig wahrgenommen. Hier ist die Integration der eigenen Person in der Welt gestört, man fühlt sich von der Welt abgespalten. Es wird allerdings nicht von einer psychischen Störung gesprochen: Bei Computerspielen ist dieser Zustand durchaus erwünscht und bei Unterzuckerung liegt eine medizinische Ursache zugrunde.

So vielfältig wie die Kennzeichen von Dissoziation sind, so vielfältig sind auch die Dissoziativen Störungen, die diagnostiziert werden. Im Folgenden soll ein Überblick über die häufigsten Dissoziativen Störungen gegeben werden. Für alle Störungsbilder gilt, dass keine körperliche Ursache für die Symptome gefunden werden kann.

Übersicht: Arten der Dissoziativen Störung

Zu erwähnen ist zudem, dass dissoziative Symptome nicht nur bei Menschen mit primär Dissoziativen Störungen auftreten. Insbesondere Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung weisen gehäuft dissoziative Symptome auf. Daher sind dissoziative Zustände auch ein mögliches Diagnosekriterium für die Borderline-Persönlichkeitsstörung im amerikanischen Diagnosemanual DSM-5. Zudem besteht die Gefahr, dass Dissoziative Störungen nicht als solche erkannt werden.

Da keine organische Ursache für Lähmungen oder sichere Beweise für eine Amnesie (Gedächtnisverlust) erbracht werden können, kann es sein, dass Ärzte und Psychologinnen die Symptome nur als Simulation einstufen. Daher ist es wichtig, dass Ärzte und Psychologen über Dissoziative Störungen und deren Merkmale eingehend informiert sind. Zudem ist es immer wichtig, den Leidensdruck und die persönliche Wahrnehmung der Symptome durch den Betroffenen selbst zu berücksichtigen.

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