Persönlichkeit entwickeln

Dissoziation – das gespaltene Selbst

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Eine Dissoziation bezeichnet die Störung des normalen, subjektiven Erlebens. Die schwerste Form der dissoziativen Störung ist die dissoziative Persönlichkeitsstörung, besser bekannt als multiple Identität. In der Psychologie kennzeichnet sich eine Dissoziation zunächst dadurch, dass erlebte Eindrücke in der Erinnerung nicht, oder anders im Gedächtnis gespeichert werden als sie stattgefunden haben. Was sehr abstrakt klingt, werden wir im folgenden Artikel genauer erklären. Dissoziationen treten vereinzelt im Alltag auf und werden in diesem Kontext als dissoziatives Alltagphänomen bezeichnet. Nutzen Sie Impulsdialog , um Ihre Selbstwahrnehmung zu schulen und Ihre Ängste und Hilflosigkeitsempfinden zu verringern.

Auf einen Blick:

1. Seite: Überblick Dissoziation

2. Seite: Überblick Dissoziation

3. Seite: Ursachen für Dissoziation

4. Seite: Therapie Dissoziation

5. Seite: Zusammenfassung

Seite 1 - Überblick Dissoziation

„Ich lebe wie unter einer milchig-durchsichtigen Decke. Alles um mich herum ist fern und fremd.“

„Ich kann meine Beine nicht mehr bewegen, sie gehorchen nicht mehr. Ich beobachte sie nur, will sie kontrollieren, doch sie gehorchen mir nicht. Ich fühle mich leer. Wo sind meine Emotionen?“

„Ich erinnere mich an nichts. Nicht an meine Tätigkeiten in den letzten Stunden. Wie bin ich hier hin gekommen? Ich erinnere mich an mich selbst nicht mehr.“

Dies sind beispielhafte Aussagen von Menschen, die dauerhaft oder vorübergehend in dissoziative Zustände wechseln. Sie zeigen, wie vielfältig die Ausprägungen des psychologischen Phänomens der Dissoziation sind, die vereinfacht oft als Abspaltung eines Bestandteils des Selbst bezeichnet wird. Durch diese Abspaltung werden Raum und Zeit nicht mehr als zusammenhängend wahrgenommen. Der Betroffene befindet sich in seinem Gefühl nicht mehr im Hier und Jetzt. Damit ist ein sinnvoller psychologischer Schutzmechanismus gemeint, welcher besonders in traumatisch wahrgenommenen Situationen eingesetzt werden kann.

Erstmalig wurden Dissoziationen bzw. dissoziative Störungen, d.h. gehäufte dissoziative Zustände mit Krankheitswert, von dem französischen Psychiater Pierre Janet (1859-1947) beschrieben und meinte damit eine Desintegration von Bewusstseinsinhalten. Diese Umschreibungen wirken –insbesondere auf Nichtbetroffene- sehr abstrakt und uneinheitlich. Daher soll im Folgenden beantwortet werden, was Dissoziation ist und welche Kennzeichen sie charakterisieren.


Wie ist Dissoziation gekennzeichnet?

Die amerikanische psychologische Vereinigung (American Psychological Association) beschreibt Dissoziation als Störung des normalen subjektiven Erlebens. Was sonst wie selbstverständlich zusammen gehört, ist nicht mehr integriert und wird getrennt voneinander wahrgenommen. „Erleben“ meint in diesem Fall vieles Verschiedenes: Körperfunktionen können desintegriert sein, also nicht mehr unter gedanklicher Kontrolle liegen. Gedächtnisinhalte können nicht mehr abgerufen werden und sind völlig unbekannt. Bestimmte Emotionen sind in bestimmten Situationen nicht spürbar, es entsteht ein Gefühl von zeitweiser emotionaler Taubheit und Leere.

Als ein bekanntes dissoziatives Alltagsphänomen lässt sich der sogenannte Flow anführen: Wir verlieren uns derart in einer Tätigkeit, dass wir Raum und Zeit um uns ganz und gar an Bedeutung verlieren und nicht in die Erinnerung integriert werden. Folglich fällt es uns im Nachhinein schwer, zu sagen, ob wir jetzt zwei oder vier Stunden an dem Projekt saßen. Prominent sind auch Dissoziationen in der eigenen Identität.

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