Persönlichkeit entwickeln

Persönlichkeitsstörung Teil 7: Anankastische (auch zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

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Auf einen Blick:

1. Seite: Überblick Anankastische (auch zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

2. Seite: Häufigkeit und Therapie

3. Seite: Psychoanalyse und Kognitive Verhaltenstherapie

4. Seite: Zusammenfassung

 

Seite 2 - Häufigkeit und Therapie

Häufigkeit

Die Häufigkeit dieser Störung wird zwischen 1,7% und 6,4% angegeben (nach Maier, Reich, Zimmerman und Coryell). Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Die anankastische Persönlichkeitsstörung ist die häufigste Persönlichkeitsstörung unter Männern.
Die generelle Prävalenz aller Persönlichkeitsstörungen liegt bei ca. 11% der Gesamtbevölkerung und zwischen 40% und 50% von stationären Patienten.

 

Therapie

Bei der zwanghaften Persönlichkeitsstörung gilt es, ein Depressionsrisiko zu beachten. Dies gilt insbesondere dann, wenn es gravierende Umbrüche im Lebensumfeld des Betroffenen stattfinden oder der zwanghafte Persönlichkeitsstil bei der Alltagsbewältigung zu einem Scheitern führt. Hierbei kann es unumgänglich sein, den Betroffenen zu einer Psychotherapie zu motivieren, um dort eine Neubestimmung der Lebensperspektiven zu beginnen - und zwar unter Beachtung persönlicher Stile und Gewohnheiten, wenn diese für das Depressionsrisiko bedeutsam sind. Indikatoren für therapeutische Fortschritte bei zwanghaften Persönlichkeiten dürften daran abzulesen sein, ob die Betroffenen den Mut entwickeln, aktiv eine Neuorganisation eigener Lebensbedingungen anstreben.

Medikamentöse Behandlung

Bisher gibt es keine fundierten Untersuchungen darüber, ob eine psychopharmakologische Therapie die Symptomatik dauerhaft verbessern kann. Die Befunde zur Wirksamkeit einer Behandlung mit SSRI (selektive Seratonin-Wiederaufnahmehemmer)  bei depressiver Komorbidität sind widersprüchlich. Bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörung gibt es gegenwärtig keine psychopharmakologische Standardtherapie. Deshalb wird im individuellen Fall grundsätzlich symptomorientiert vorgegangen. Das bedeutet, es wird nicht die Persönlichkeitsstörung als solche behandelt, sondern die besonders belastenden Symptome, die in Folge der Persönlichkeitsstörung vorliegen. Die Behandlung richtet sich also nach den konkreten Beschwerden im Einzelfall.



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